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Donnerstag, 6. April 2017

Für die Freunde des gepflegten Rundumklangs... (5)



Hallo zusammen,

erst gestern wurde angekündigt: Am 26.5. erscheint das Box-Set zum 50jährigem Jubiläum von Sgt. Pepper' Lonely Hearts Club Band – derzeit mit 120 Euro bei Amazon noch recht teuer (bei Amazon Italy derzeit für knapp unter 100, allerdings kommt ja noch Porto obendrauf). Das 6-disc-Set beinhaltet einen neuen Stereo-Mix von Giles Martin von den originalen 4-Track-Tapes, das originale Mono-Album (plus Strawberry Fields/Penny Lane u.a. Alternativmixe), zwei CDs mit Studio-Session-Takes und (und jetzt kommt's): einen neuen 5.1 Remix von Giles Martin!
http://www.superdeluxeedition.com/news/the-beatles-sgt-peppers-lonely-hearts-club-band-super-deluxe-edition/#more-130851
(runterscrollen für die Tracklist)
Darauf bin ich als alter Beatles-Fan natürlich sehr gespannt!

Fleetwood Mac hatten wir zuletzt mit neuen Surroundmixen von "Tusk" und "Mirage" – jetzt ist in ähnlicher Aufmachung die "Tango in the night"-Box erschienen – leider hat die beiliegende DVD keinen Surroundmix!

Steve Hacketts neues Album "The Night Siren" kommt in der Deluxe-Edition wieder mit 5.1-Mix auf Blu-ray. Ich habe das Album zwar, aber noch nicht den Surroundmix gehört. Der des letzten Albums "Wolflight" war jedoch nicht sehr überzeugend, daher erwarte ich nicht allzu viel. Leider scheint das Album ohnehin nicht so der Knaller zu sein. Ich schätze es ungefähr gleich gut zu seinem Vorgänger ein; qualitativ jedoch meilenweit entfernt von seinen ersten vier Soloalben, die einfach Klassiker sind.

Tim Bowness' neues Album "Lost in the Ghost Light" kommt als Deluxe Edition mit einer DVD-A, die neben dem Surroundmix (von "No-Man"-Kollege Steven Wilson) auch die Surroundfassung des Vorgängers "Stupid Things That Mean The World" enthält, die seinerzeit nur für Vorbesteller als Download erhältlich war. Beim neuen Album spielt übrigens Jethro Tulls Ian Anderson Flöte auf einem Track.

LG tom

Montag, 21. Juli 2014

JETHRO TULL - A Passion Play (1973/2014)

Die Neuausgabe der klassischen Jethro Tull-Alben schreitet weiter voran. Nun liegt also "A Passion Play" in überarbeiteter Edition vor. Die schmucke Box trägt den Untertitel: "An Extended Performance" - was sich auf die ebenfalls enthaltenen Chateau d'Herouville-Sessions bezieht.

Abb.: Parlophone/Warner Music
Wie gewohnt ist die Abmischung unspektakulär großartig - Steven Wilson geht wie immer sehr behutsam vor und schafft den Spagat, den Altsound nicht allzu stark zu verändern und trotzdem die neuen Möglichkeiten durch das erweiterte Panorama zu nutzen.

Bei mir hat es dazu geführt, dass ich das Album erstmals tatsächlich genießen konnte, denn plötzlich ist durch den Wilson-Mix eine klare Struktur erkennbar. Vorher fand ich einfach keinen Zugang dazu, gar nicht mal, weil es etwa zu sperrig gewesen wäre, sondern weil es hier zuwenig zu geben schien, was im Gedächtnis bleiben konnte. Scheinbar fehlen "A Passion Play" für ein Werk dieser Länge die offensichtlichen Themen, die einen Wiedererkennungseffekt bewirken konnten. So gibt es bei vergleichbaren Konzeptalben ja oft ein Eingangsthema, das sich dann auch am Ende wiederfindet. Solche Elemente sind bei "A Passion Play" tatsächlich schwieriger auffindbar, aber es gibt sie, verborgen unter einem Überangebot an Ideen, die hier dazu führen, dass viele davon einfach so verpuffen, weil sie nur kurz angerissen werden und dann, von der nächsten gejagt, verschwinden und nie wieder kommen. Soviel Kreativität nutzen andere Bands für vier oder fünf Alben. Umso erstaunlicher, wenn man sich die interessante Entstehungsgeschichte des Albums zu Gemüte führt, die im Booklet ausführlich beschrieben wird - wird da doch erst klar, dass es in nur wenigen Tagen komponiert und eingespielt wurde - obwohl bei den vorhergehenden Sessions in Frankreich eigentlich bereits genug Material erarbeitet worden war, hatte man praktisch nochmal bei Null angefangen.

Die Tapes der Chateau d'Herouville-Sessions sind daher auch die eigentliche Überraschung des Gesamtpakets. Erstmals sind sie vollständig und in der korrekten Reihenfolge - endlich enthalten nun auch die Urversion von Skating away on the thin ice of the new day - immer schon mein Tull-Lieblingssong. Lediglich die Nonsense-Geschichte vom Hare who lost his spectacles, die seinerzeit für "A Passion Play" übernommen und überarbeitet wurde, konnte nicht wieder in den Chateau-Urzustand rückversetzt werden. Befreit von den zusätzlichen Flötentönen und der kitschigen Soundanmutung der späten 1980er Jahre, die für die Erstveröffentlichung der meisten Stücke auf diversen Samplern in dieser Zeit hinzugefügt worden waren, sind die Sessions jetzt erstmals wirklich anhörbar - und erstaunlicherweise gar nicht unbedingt schlechter als das eigentliche Album! Wilsons Ziel war, die Sessions so klingen zu lassen wie das reguläre Album - das ist ihm vollauf gelungen und so macht es Spaß, Album und Sessions direkt hintereinander zu hören.

Design und Ausstattung des Pakets sind vorbildlich, ebenso die Auswahl der Fotos und Memorabilia. Die Texte sind ausführlich und interessant - gut, auf die zwei Seiten mit den Tourdaten 1974 hätte ich verzichten können, aber das war es auch schon, was ich hätte kritisieren können. Schön auch, dass es im selben Format wie die Neuausgabe von "Thick as a Brick" kommt, so stehen die beiden Deluxe-Editionen nett beieinander im Regal. Schade nur, dass nicht auch "Aqualung", "Benefit" und "Stand Up" in diesem Format erschienen sind.