Dienstag, 21. November 2017

SWEET - Sensational Sweet (Chapter 1 - The Wild Bunch 1971 - 1978)

Abb: Amazon
Am 17.11.2017 ist eine neue Sweet-Box (9 CDs) erschienen: Enthalten sind die sechs Studioalben "Funny how sweet Co-Co can be", "Sweet Fanny Adams", "Desolation Boulevard", "Give us a wink", "Off the record" und "Level headed", jeweils mit einem Haufen  Bonustracks, plus eine CD mit dem kompletten Rainbow-Konzert von 1973, eine CD mit allen Non-Album-Single-Tracks und eine CD mit BBC-Sessions. Schöne stabile Kiste mit einem separaten, 52seitigen Booklet. Das alles zu einem Preis von unter 50 Euro. Auf den ersten Blick nicht schlecht - wenn ich nicht das meiste davon schon hätte...

Aber ich hab' mir die Box trotzdem mal etwas näher angeschaut und die CDs der neuen Box mit den bereits veröffentlichten CDs, sowie die Bonustracks oder Alternativversionen auf den diversen früheren Samplern miteinander verglichen.

Ziemlich enttäuschend ist, dass in der neuen Box gerade mal neun Demo- oder Alternativversionen wirklich "previously unreleased" zu sein scheinen; den Rest gab es schon auf diversen anderen Veröffentlichung auf diversen Independent-Labels. Diese Aufnahmen stammen aus der Privatsammlung von Gitarrist Andy Scott, der sicherlich ein Interesse daran hat, dass diese immer noch lieferbaren CDs nicht vollständig obsolet werden. Die Tonqualität schwankt (naturgemäß) zwischen Top-Studioqualität und verrauschter Heimaufnahme. Leider fehlen viele wichtige Outtakes und Alternativmixe von nahezu allen Singles, darunter auch Kostbarkeiten wie die kombinierte Originalversion der nur getrennt veröffentlichten Songs Laura Lee und Show Me The Way. Auf den drei 1998 bei "Fox Records" erschienenen Samplern "The Hard Rock Tapes", "Previously Unreleased Tracks + Versions" und "Only The Best" finden sich trotz vieler Überschneidungen immer noch gut 20 Stücke, die es weder in der neuen Box, noch woanders gibt. Schade auch, dass die beiden letzten Aufnahmen mit Brian Connolly für das Album "Cut above the rest" (er wurde während der Sessions gefeuert), Log One (That Girl) und Play All Night nicht enthalten sind. So ist man als Sammler mindestens auch noch auf den Repertoire-Sampler "Platinum Rare" (1995) angewiesen.

"The Sweet at the Beeb" (Disc 9 in der Box) vereinigt BBC-Aufnahmen aus den Anfangsjahren und diese haben teilweise doch sehr bescheidene Qualität. Ärgerlich ist auch, dass Done me wrong all right (eins der beiden bereits zuvor veröffentlichten Stücke) nur in einer gekürzten Version enthalten ist - es fehlt sowohl am Anfang als auch am Ende ein Stück. Ein bisschen seltsam mutet es auch an, dass hier vier Aufnahmen aus der Zeit vor Andy Scott enthalten sind, wo doch die vier erfolglosen Singles aus dieser Phase (1968-70) in der Box fehlen.

Und die "Live at the Rainbow"-CD (Disc 8) enthält natürlich wieder nur die Mono-Version vom Soundboard-Mitschnitt dieses Konzerts, leider nicht die auf der originalen "Strung Up"-LP erschienenen Stereomixe von der 16-Spur-Aufnahme (dort gab es seinerzeit das Problem, dass die Snare versehentlich nicht mit aufgenommen worden war, weshalb Mick Tucker die Snarebeats im Studio nachspielen musste). Da "Strung Up" nicht das komplette Konzert enthielt, hat er das nicht bei allen Stücken gemacht, daher wurde bei fast allen nachfolgenden CD-Veröffentlichungen mit dem kompletten Konzert - übrigens auch bei der 2016er "Restored Edition With Bonustracks" - jeweils der Mono-Mitschnitt verwendet. Das ist insofern verständlich, als dass sich die nur in Mono existierenden Stücke mit den vorhandenen Stereo-Mixen nicht gut zusammenstellen lassen (ich hab's probiert), zu unterschiedlich ist der Sound. Den (kürzeren) Stereomix hat allein die japanische CD "Anthology" (1992) - unter diesem Titel war "Strung Up" bereits 1975 in Japan erschienen.

Und wenn wir dann schon beim Meckern sind - die Non-Album-Single-Tracks auf eine Extra-CD (Disc 7) zu packen, ist ein Konzept, das man durchaus vertreten kann. Ob man diese dann leicht irreführenderweise "The Lost Singles" nennen muss, sei dahin gestellt. Denn es sind hier keineswegs Raritäten oder sonstwie "verlorene" Songs enthalten. Wer die 2005er Remaster-Serie hat, findet dort alles als Bonustracks auf den jeweils zeitnah erschienenen Alben - eine gängige Reissue-Methode, die ich grundsätzlich befürworte, denn meist stammen die Single-Tracks ohnehin von denselben Aufnahmesessions und wurden nur aus Markt-strategischen oder Spieldauer-bedingten Gründen nicht bei der originalen Album-Tracklist berücksichtigt. So enthielt das Debütalbum "Funny how sweet Co-Co can be" (1971) ohnehin die beiden bis dahin erschienenen (und namensgebenden) RCA-Single-A-Seiten, sowie die B-Seite Jeanie der vierten (Poppa Joe), da war es schon sinnvoll, die fehlenden Single-only-Tracks aus dieser Zeit hinzuzufügen. Vorteil dabei auch: man hat den ganzen, doch eher grenzwertigen Bubblegum-Kram aus der Anfangszeit auf einer CD versammelt, die sich dann besser ignorieren lässt. 😎
"Sweet Fanny Adams" (1974) in der Version von 2005 war jedenfalls durch die Hinzunahme der drei absolut passenden 1973er Hit-Singles Blockbuster/Need a lot of lovin', Hell Raiser/Burning und Ballroom Blitz/Rock'n'roll disgrace noch besser geworden.
In der neuen Box bekommt man stattdessen Outtakes und Alternativmixe der Albumsongs, manche davon auch in hörbar schlechterer Tonqualität - was bedeutet, dass man die Alben in dieser Form wohl nur selten komplett hören wird. Zudem ist es ein wenig ärgerlich, dass man das Konzept dann nicht konsequent durchgehalten hat: "Level Headed", das letzte Album mit Brian Connolly von 1978, hat die vier Single-Tracks aus dieser Zeit doch wieder als Bonustracks nach den Albumtiteln (weitere Bonustracks gibt es in Form von Rehearsal- und Demo-Versionen ganz am Ende). Da fragt man sich schon, was sich der Chef-Compiler von RCA dabei gedacht haben mag.
Sicherlich wäre man ansonsten mit einer "Lost Singles"-CD nicht ausgekommen. Denn auch ohne die "Level Headed"-Singles sind es bereits 24 Tracks mit einer Gesamtspielzeit von sagenhaften 83:22 min - hier ist man also weit über die in der "Red Book"-Spezifikation erlaubte maximale Laufzeit einer CD hinausgegangen - hoffen wir mal, dass diese Disc in allen Playern störungsfrei läuft. Sicher sein kann man sich da nicht.

Schließlich habe ich mir dann noch angeschaut, ob sich im Vergleich zu den Remastering-Versionen von 2005 irgendwas am Sound geändert oder gar verbessert hat. Ob das Mastering vielleicht besser im Sinne von: weniger Spitzenwert-limitiert ist.
Dazu habe ich je einen Track der jeweiligen Studioalben miteinander technisch verglichen. Resultate:

Co-Co (Funny, How Sweet Co-Co Can Be) - 2005: -13,82 LUFS*, 2017: -16,91 LUFS, Diff: -3,1 dB
Set Me Free (Sweet Fanny Adams) - 2005: -11,37 LUFS, 2017: -12,56 LUFS, Diff: -1,2 dB
The Six Teens (Desolation Boulevard) - 2005: -10,96 LUFS, 2017: -11,46 LUFS, Diff: -0,5 dB
The Lies In Your Eyes (Give Us A Wink) - 2005: -12,65 LUFS, 2017: -12,94 LUFS, Diff: -0,3 dB
Fever Of Love (Off The Record) - 2005: -11,69 LUFS, 2017: -12,06, Diff: -0,4 dB
*LUFS = Loudness Units relative to Full Scale

Einen wahrnehmbaren Lautheitsunterschied gibt es also offenbar nur beim ersten Album, die Differenzen der letzten vier sind zu unbedeutend um sich hörbar auszuwirken.
Besonders bei Co-Co, das ja jetzt immerhin 3 dB leiser ist als 2005, kann man an der Wellenform sehr schön sehen, dass die Spitzen hier immer noch gekappt sind, nur eben auf der Höhe von -3 dBFS. Natürlich verbessert sich so auch nicht der Sound. Es verschlechtert sich vielmehr der Störabstand und die digitale Auflösung. Natürlich nur minimal, weshalb dies soundmäßig nicht ins Gewicht fällt. Trotzdem ist das schon ein wenig peinlich für die Plattenfirma, die das zu verantworten hat. Sicherlich wollte man der Kritik aus 2005 begegnen, die damals schon das zu laute Mastering gerügt hatte, aber so geht das natürlich nicht - das ist Augenwischerei!

Außer Konkurrenz (weil mir nur die alte Repertoire-CD-Version von 1998 vorliegt):
Love Is Like Oxygen (Level Headed) - 1998: -19,48 LUFS, 2017: -14,93 LUFS, Diff: +6,5 dB
Hier klingt tatsächlich - obwohl lauter und jetzt auch Spitzenwert-limitiert - die Box-Version besser. Vermutlich hat man aber auch hier nur das 2005er Remaster genommen, das damals vom Lizenznehmer Lemon Records/Cherry Red erstellt wurde.

Fazit: ein Remastering im Sinne von Klangverbesserung hat effektiv bei dieser Box nicht stattgefunden! Bei allen Alben sind die Frequenzkurven, die Aufschluss geben über Klangveränderungen, komplett identisch. Man hat also tatsächlich nur die Pegel der verwendeten 2005er Master mehr oder weniger stark abgesenkt; es gibt daher weder Klang- noch Dynamikunterschiede. Zusammen mit den beobachteten Merkwürdigkeiten bei der Auswahl der Bonustracks und -CDs kann ich hier nur bedingt eine Kaufempfehlung aussprechen - nur für den, der die 2005er Versionen noch nicht hat.


Nachtrag: ab dem 25.05.2018 sind die CDs aus der Box auch einzeln erhältlich, identisch in Aufmachung und Inhalt - ausgenommen sind leider die CD mit den BBC-Aufnahmen und "Level Headed" (vermutlich aus lizenzrechtlichen Gründen, da es sich hierbei nicht um RCA-Material handelt).


Donnerstag, 26. Oktober 2017

ANTHONY PHILLIPS - Invisible Men (1984, Remastert 2017)

Abb.: Cherry Red/Esoteric Records
Die Serie der Cherry Red/Esoteric-Reissues von Ex-Genesis-Gitarrist Anthony Phillips ist nun bei "Invisible Men" angekommen und anders als bei den bereits erschienenen reguären Studioalben gibt es hier keinen Remix - nicht in Stereo und nicht in 5.1 Surround.
Nun ja, das Album war seinerzeit kein großer Knüller, deshalb erwartet man auch jetzt wohl keinen großen Zuspruch des Publikums. Immerhin gibt es hier erstmals eine zweite CD mit Bonustracks und alles kommt remastert und mit schönem Booklet.
Seinerzeit war das Album auch unter "The Anthony Phillips Band" gelaufen, was das Artwork, auf dem Ant erstmals überhaupt, aber nicht vollständig und auch nicht allein zu sehen ist, andeutet. Mit Richard Scott hatte er einen annähernd gleichberechtigten Partner gefunden, der auch Anteil am Songwriting und am Leadgesang hatte. Eine Zweimann-Band also - das hat man hier offenbar nicht mehr für erwähnenswert gehalten.

Habe die CD mit dem eigentlichen Album nun zum ersten Mal am Stück durchgehört - ich hatte damals nach dem enttäuschenden "1984" (1981 erschienen) jahrelang keine regulären AP-Alben mehr gekauft, daher kannte ich "Invisible Men" nicht gut. Muss jetzt aber feststellen, dass das Album nicht so schlecht wie befürchtet ist. Mit etwas verfeinerten Arrangements, mehr akustischen Instrumenten und mehr echten Drums hätte es durchaus die Vorgänger "Wise After The Event" und "Sides" in die Tasche stecken können. Erstaunlicherweise ist Ants Stimme hier so gut wie nie zuvor - der Gesangsunterricht hatte sich, anders als bei Ex-Kollege Rutherford (sie hatten denselben Lehrer), offenbar ausgezahlt.

Bei der Lektüre der neuen Credits musste ich jedoch etwas stutzen, denn dort steht unter der Überschrift "THE 2017 REMASTERED & EXPANDED EDITION" folgendes:
"All tracks mixed by Jonathan Dann, except Something Blue mixed by Anthony Phillips and Richard Scott".
Da Jonathan Dann nicht der Original-Mixer des Albums war, drängt sich hier die Frage auf, ob es sich dann nicht doch um einen Remix des Albums handelt. - Die Antwort liefert dann ein erster Direktvergleich (des Openers): Nö. Sicher kein Remix - es war hier wohl nur von der Bonus-CD die Rede.

Beim Album selbst gibt es jedoch hörbare Unterschiede im Klang, bedingt durch das Remastering:
Die Bässe sind mit -6 dB unterhalb von 100 Hz relativ kräftig abgesenkt, während die Mitten von 1,2 bis 5 kHz herum eine Anhebung von gut 2 dB erfahren. Ab 5 kHz wird dann wieder allmählich abgesenkt, bei 10 kHz sind es schon 5 dB weniger. Durch die Anhebung der oberen Mitten klingt das neue Master etwas klarer und frischer, wegen der schwächeren Bässe aber untenrum auch weniger warm und etwas dünner. Erfreulich ist die Absenkung der Gesamtlautstärke um ca. 2 dB im Vergleich zur CD-Erstausgabe, daher kommt es hier nur noch vereinzelt zu limitierten Peaks - eine Tendenz, die sich inzwischen allgemein verbreitet, da der "Loudness-War" (dank Spotify) Geschichte ist.

Ob man die CD mit den Bonus-Tracks unbedingt benötigt, sei dahingestellt. Mir gefällt sie fast besser als das eigentliche Album, zumindest ist sie abwechslungsreicher. Es gibt hier einige sehr gute Aufnahmen, die nicht einfach Outtakes sind. So der Opener Gimme Love, der, von der etwas langweilig programmierten Drumbox abgesehen, ein richtig guter Song mit klasse Gitarren und einem leidenschaftlichen Richard Scott als Sänger ist. Gleiches gilt für Refugee From Love, das als regulärer Track problemlos hätte standhalten können. Die zwei Jahre später aufgenommene Alternativ- bzw. Instrumentalversion von Falling for love lässt erahnen, wie das Album mit besserem Arrangement hätte klingen können. Alien klingt etwas nach Moody Blues, zumindest ähnlich schwülstig, aber interessant genug. Tonight ist ein superbes Demo, das ein guter Song hätte werden können. Von Something Blue, das als Classic Guitar Solo auf dem Sampler "Private Parts & Pieces Vol. IX" erstveröffentlicht wurde, bekommen wir hier erstmals die vollständige Version mit Richard Scotts Gesang und auch Finale, von dem eine Rohfassung auf "Archive Collection #2" zu hören war, ist hier sogar mit echten Drums eingespielt - und hätte dem Originalalbum ebenfalls nicht schlecht zu Gesicht gestanden.

Die grafische Gestaltung ist top - es gibt ein vier-Panel-Digipak mit ausführlichem Booklet inkl. Songtexten und Poster, enthalten ist auch die US-Variante des Originalartworks sowie drei faksimilierte Handschriften mit den Texten von Traces, Sally und Guru. Kann man nicht meckern!

Dienstag, 1. August 2017

Für die Freunde des gepflegten Rundumklangs... (6)



Hallo zusammen,

was zuletzt ja eher für Frust gesorgt hat, nämlich dass die Superdeluxe-Edition von Steven Wilsons neuem Album "To the bone" (erscheint am 18.8.) nur in seinem Webshop bestellbar und da auch schon seit Wochen ausverkauft gemeldet war – hat sich plötzlich als Segen herausgestellt, denn es gibt seit gestern einen deutschen Webshop – das spart mindestens die Portokosten aus dem Ausland. Und offenbar ist das Ding doch nicht ausverkauft (oder es wurden für den deutschen Markt extra Exemplare zurückbehalten). Preis hier: 64,99 (incl. Porto) bezahlen geht per Paypal oder Kreditkarte.
In jedem Laden kaufen wird man die Blu-ray auch allein können, aber die Box gibt es nach wie vor nur hier: http://stevenwilson.bravado.de/p1/index.html

Das Alan Parsons Project hatten wir letztes Jahr erst mit dem Debutalbum – am 17.11. erscheint nun "Eye in the sky" in der 35th Anniversary Edition – enthalten sind 3 CDs und eine Blu-ray – sowie (überflüssigerweise) 2 LPs in 45er Speed und eine Flexidisc (eine Replika einer Promo mit Ausschnitten aus dem Album – wer braucht sowas?). Auch hier ist zum Glück eine Standalone-Blu-ray angekündigt, die es später geben soll.

Steven Wilson hat Marillions "Misplaced Childhood" in 5.1 abgemischt – die gibt es jetzt als Deluxe Edition mit 4 CDs (im Prinzip die beiden CDs des 1998er Remasters plus 2 CDs eines Livekonzerts plus Blu-ray – und die kann ich nur empfehlen, weil sie klasse klingt. Herr Wilson hat es einfach raus! ;)

Nicht empfehlen kann ich übrigens Barclay James Harvest "XII" – die Scheibe ist auch in der 5.1-Version sterbenslangweilig, aber das mag auch an mir liegen. Inzwischen gibt es von Esoteric Records auch die vier älteren Alben "Everyone is everybody else", "Time Honoured Ghosts", "Octoberon" (NEU) und "Gone to earth" als wenigstens hübsch aufgemachte Releases im 2CD/1DVD Digipak mit neuem 5.1-Mix.

LG tom

Samstag, 15. Juli 2017

THE ANIMALS - Mickie Most Ära 1964-65 (Versuch einer Rekonstruktion)

Original-UK-Alben (Columbia 33SX1669 und -1708)
Die Discographie der ANIMALS am Anfang ihrer Karriere erscheint verwirrend genug - 40 verschiedene Songs nahm Produzent Mickie Most 1964-65 mit der Blue-Eyed-Blues-Band aus Newcastle auf. 23 davon erschienen in der englischen Heimat beim Columbia-Label auf zwei Alben: "THE ANIMALS" - 11/1964 und "ANIMAL TRACKS" - 5/1965. Wie damals in UK so üblich, enthielten die Alben keinen einzigen Track der zuvor und parallel veröffentlichten Hit-Singles. MGM, ihre Plattenfirma in den USA, sah das gar nicht ein und veröffentlichte 36 Aufnahmen (inklusive aller Single-Tracks) auf insgesamt drei bunt gemischten Alben: "THE ANIMALS" - 9/64, "THE ANIMALS ON TOUR" - 3/65 (trotz des irreführenden Titels kein Live-Album) und "ANIMAL TRACKS" - 9/65. Trotz gleicher Titel gab es so zwischen den europäischen und amerikanischen Ausgaben kaum Ähnlichkeiten. Die zwölf Songs des britischen Debütalbums waren gar über alle drei US-Alben verstreut.
US-Alben (MGM E-4264, 4281 und 4305)
Einige Aufnahmen erschienen hüben wie drüben in leicht verschiedenen Versionen. Nach umfangreichen Recherchen und Hörvergleichen konnte ich 47 verschiedene Aufnahmen bzw. Schnittfassungen unterscheiden. Leider gibt es bis heute keine einzige definitive Edition, die alle diese Aufnahmen vollzählig umfasst. Warum das so ist, bleibt auch nach über 50 Jahren ein Rätsel.

EMI-Sampler (1990), NoNoise
Einen ersten vollständigen Anspruch -wenigstens im Titel- erhob bereits 1990 die 2CD-EMI-Compilation "THE COMPLETE ANIMALS" - verfehlte ihn jedoch leider knapp, denn obwohl erstmals die drei Session-Outtakes Baby, what's wrong, F-E-E-L und Don't want much, sowie die über siebenminütige Langfassung der B-Seite Talkin' 'bout you veröffentlicht sind, fehlen hier sämtliche Alternativ-Versionen - was der Booklet-Text auch freimütig zugibt. Ein häufig angemerkter Kritikpunkt war der Einsatz von "NoNoise", einem digitalen Rauschunterdrückungsverfahren von Sonic Solutions, Anfang der 1990er State-of-the-art, das heute wie viele andere ähnliche Verfahren, die Rauschen aus analogen Aufnahmen digital entfernen, in Verruf gekommen ist. Tatsächlich war "NoNoise" jedoch besser als die meisten Tools, die noch heute als Plugins in Gebrauch sind - und der Einsatz auf "THE COMPLETE ANIMALS" erfolgte vorsichtig genug und ohne die typischen Denoising-Artefakte. Unabhängig davon ist der Sound des Samplers jedoch harsch und oft verzerrt, es fehlen Bässe und die Höhen sind überpräsent, was darauf schließen lässt, dass wohl beim Analog-Digital-Transfer nicht die originalen Masterbänder zur Verfügung gestanden haben. Was man diesem Sampler jedoch zugute halten kann: er hat immerhin ein Konzept - die Songs sind einigermaßen chronologisch sortiert und zwar nach den Daten der jeweiligen Aufnahme-Sessions (sofern bekannt). Außerdem zeigt sich das hübsch bebilderte Booklet mit den Liner-Notes von Brian Hogg informiert und interessant. Das Radio-Interview vom Jahreswechsel 1964/65, das als Bonus zwar auf der Trackliste steht, fehlt jedoch merkwürdigerweise auf der CD.

The Mickie Most Years And More (ABKCO 2013)
2013 erschienen in den USA und Japan neu remasterte Editionen mit neu zusammengestellten Bonustracks. Die fünf CDs umfassende und leider auch recht teure US-Version, herausgegeben vom ABKCO-Label, nennt sich "The Mickie Most Years And More", kommt in einer hübschen Box und den Originalcovern der ersten vier US-Alben. "And More" deutet an, dass es hier mehr gibt als "nur" die Mickie Most-Aufnahmen - neben einem T-Shirt ist in der Tat auch das vierte US-Album "ANIMALIZATION" enthalten, das nach dem Wechsel zu DECCA Tom Wilson produziert hatte. Die fünfte CD enthält die vier Songs der legendären "Graphic Sound"-E.P., aufgenommen 1963, also bevor die Band bei Most und Columbia (bzw. MGM) unter Vertrag war.

Beschränken wir uns auf die Mickie Most-Songs - diese sind also auf drei CDs verteilt, die den drei US-Alben entsprechen, mit deren originaler Titelfolge die CDs jeweils auch beginnen. Doch leider beginnen die Abweichungen bereits beim ersten Song der ersten CD - The House of the Rising Sun war auch in den USA zuerst als 7"-Single erschienen. Da MGM jedoch die für damalige Verhältnisse absurd lange Laufzeit von 4:30 min zu heikel erschien, wurde der Song mit insgesamt drei relativ ungeschickten Schnitten, die auch für den Laien jederzeit erkennbar seien dürften, auf 3:02 min gekürzt. Diese Fassung wurde ursprünglich auch für den Opener des US-Albums "THE ANIMALS" verwendet. Für die amerikanischen Fans war diese Edit-Version daher jahrzehntelang die einzige, gewohnte Fassung. Hier hat man nun plötzlich die ungeschnittene UK-Fassung verwendet. Wäre vielleicht kein Problem gewesen, wenn man den Single-Edit dann wenigstens als Bonus-Track angefügt hätte. Jedoch ist offenbar niemand auf diese Idee gekommen.

Bonus-Tracks gibt es dabei in der Box genug; sie sind lustigerweise chronologisch auf alle drei Alben verteilt, obwohl das wegen der willkürlichen Reihenfolge der übrigen Titel relativ sinnlos erscheint. So finden sich die drei Outtakes ebenso wie die seinerzeit fehlenden Single-Titel und einige, leider nicht alle Alternativ-Versionen.
Neben der erwähnten Langfassung von Talkin' 'bout you gibt es hier erstmals auch den 1:55 min kurzen Ausschnitt (tatsächlich aus der Mitte des Original-Takes), der die B-Seite der House...-Single auf beiden Seiten des Atlantiks füllte, sowie den Album-Track Roadrunner, der hier tatsächlich nach 49 Jahren seine US-Premiere bekommen hat, da er bisher als einziger Song auf keinem der drei US-Alben enthalten war.
Dafür fehlt die Alternativfassung von Blue Feeling, wahrscheinlich, weil bei ABKCO von dessen Erstveröffentlichung in Fake-Stereo auf einem längst vergriffenen japanischen Vinyl-Sampler nichts bekannt war.
Das John Lee Hooker-Cover Dimples, Track Nr. 3 vom britischen Debütalbum, erschien in den USA erst auf dem zweiten Album "THE ANIMALS ON TOUR", dort jedoch in einer späteren Aufnahme, die auch auf der CD enthalten ist - leider jedoch nicht das frühere UK-Original - es wird auch in der ansonsten sehr ausführlich recherchierten Auflistung der verschiedenen Recording-Sessions nicht erwähnt - anders als im Booklet von "THE COMPLETE ANIMALS", wo es als eins von vier Songs aus der allerersten Session mit Mickie Most am 22. Januar 1964 angegeben ist.
"ANIMAL TRACKS" enthält dagegen als Bonus auch die UK-Single-Version von We've gotta get out of this place (konsequent wie in den USA üblich als "We gotta get..." geschrieben), die einen anderen Take dieses Stücks enthält. Die beiden Aufnahmen sind einfach auseinanderzuhalten: in der US-Fassung beginnt Burdon die zweite Strophe mit "See my daddy in bed a-dyin'", während es in der UK-Version "Watch my daddy in bed a-dyin'" heißt. Angeblich, so heißt es, sei die US-Version ein Outtake, das gar nicht verwendet hätte werden dürfen und seinerzeit nur versehentlich nach Amerika geschickt wurde.
Leider fehlt auch die alternative Version von Don't let me be misunderstood, die nur für die erste Auflage der UK-Single verwendet wurde und daher eine ziemliche Rarität darstellt. Sie ist erkennbar an dem fehlenden Tonhöhenunterschied zwischen den Strophen und den ersten beiden Refrains, unter dem die bekanntere Fassung (leider) leidet.

Die Tonqualität dieser Box ist beachtlich, verglichen mit früheren CD-Veröffentlichungen. Peter Mew hat die alten Bänder in den Abbey Road Studios neu digitalisiert und obwohl sie mit leichtem Spitzen-Limiting versehen etwas lauter klingen als noch 1990, ist der Rauschpegel geringer als bei  "THE COMPLETE ANIMALS", die Bässe druckvoller und die Höhen weniger schrill. Kleine Abstriche gibt es unmittelbar am Anfang von I ain't got you, wo ein kleiner, offenbar digitaler "Glitch" das Hörvergnügen stört, sowie bei den immer noch nicht vollständig korrigierten Tonhöhenunterschieden bei Don't let me be misunderstood - die kleine "Treppe abwärts" in dem stehenden Orgelton unmittelbar vor den Refrains ist zwar verschwunden, allerdings sind beide Refrains immer noch etwas weniger als einen Viertelton zu tief/zu langsam - was sich digital eigentlich spielend korrigieren ließe.

Bis auf die wenigen fehlenden Alternativtracks und die kleinen technischen Mängel wäre die ABKCO-Box also eine lohnenswerte Compilation, wenn - ja, wenn die historisch-blöde Aufteilung der Mickie-Most-Songs auf die drei US-Alben mit den willkürlich verstreuten Singles dazwischen nicht wäre. Denn Mickie Most hatte die ANIMALS damals gezielt auf Hit-Kurs gebracht. Er war es, der die Songs auswählte, die dann auf den Singles erschienen; fast immer waren dies Coverversionen, meist geschrieben von den Pop-Hitlieferanten des "Brill Buildings" - sehr zum Leidwesen der Band, die lieber ihre Blues-Helden feiern wollte. Dies geschah dann bevorzugt auf den Alben - Most ließ Burdon, Price und Co. hier offenbar mehr Freiheiten. So konnte es geschehen, dass das Debütalbum mit einer Hommage begann, in der Burdon in 5:45 min die Geschichte seines Idols Ellas McDaniel, besser bekannt als Bo Diddley, und des Rock'n'Roll erzählte
Dass The Story of Bo Diddley in den USA erst über ein Jahr später auf dem dritten US-Album ("ANIMAL TRACKS" - in der US-Version ein reiner Sampler aus aktuellen Singles und übrig gebliebenen Album-Songs) erscheinen sollte, war bezeichnend für die Veröffentlichungspolitik des MGM-Labels, die die Band offenbar als weiteren Pop-Protagonisten der soeben überaus erfolgreich angelaufenen "British Invasion" aufbauen wollten.
In den drei MGM-Kompilationen, die sicherlich ohne Einfluss oder Zustimmung der Band zusammengestellt wurden, geht der eher puristisch-blueslastige Ansatz der britischen Originale verloren; aufgrund der Beliebigkeit der Auswahl kann man diese Alben, ähnlich wie die ersten US-Alben der Beatles, als reine Hit-Sampler betrachten, bei denen die UK-Album-Tracks als Füllmaterial herhalten mussten.

Coverrückseite von "Animal Tracks" (US-Ausgabe)
Auch das Artwork der Columbia-Alben ist dem der MGM-Versionen überlegen, die sich nicht scheuten, marktschreierisch groß gelettert auf die enthaltenen Hit-Singles hinzuweisen und eher minderwertigere Bandfotos benutzten. Immerhin wurde das leicht subversive UK-Frontcoverfoto von "ANIMAL TRACKS", das die Band auf einem Bahndamm sitzend zeigt (Burdon grinsend mit Stahlhelm auf dem Kopf, eine Waffe auf den Betrachter richtend) auf der Rückseite des US-Albums verwendet, dort jedoch mit Fußstapfen von Tieren umsäumt, statt auf den Wortwitz der Mehrdeutigkeit des Begriffs "Tracks" (Spuren, Gleise, Album-Songs) zu vertrauen.

Wenigstens konnte die ABKCO-Box einige, wenn auch nicht alle historischen Unschärfen bei Songtiteln und Credits klären. So wurde aus I'm in love again, das jahrzehntelang als Fats Domino-Cover gelistet wurde, jedoch ganz offensichtlich nichts mit dem gleichnamigen Fats Domino-Song zu tun hat, die Eric Burdon-Komposition I'm in love. Als Komponist des Outtakes F-E-E-L wurde erstmals Ray Charles angegeben - dies ließ sich auch durch gründlichere Recherchen in Charles' Diskografie nicht bestätigen, mag aber dennoch korrekt sein. Das Outtake mit dem Titel Don't want much ist jedoch immer noch mit "unknown" creditiert, dabei wurde seltsamerweise schon im Booklet von "THE COMPLETE ANIMALS" erwähnt, dass der Song starke Ähnlichkeiten ("owed more than a passing nod") zu Just a little bit von Rosco Gordon (1959) aufweise - und spätestens, seit die Band selbst diesen Titel als Just want a little bit auf ihrem Comeback-Album "BEFORE WE WERE SO RUDELY INTERRUPTED" (1977) neu aufgenommen hatte, sollte eigentlich klar sein, dass es sich hier eindeutig um exakt diesen Titel handelt. Ein Vergleich zu Rosco Gordons Original ist heutzutage dank YouTube auch kein Problem mehr. Nebenbei: der Song war übrigens 1974 auch der Opener des von Ex-Animals-Bassist Chas Chandler produzierten Slade-Albums "Old, New, Borrowed and Blue".

Japan-SHM-CD-Ausgaben (2013)
Ebenfalls 2013 erschienen in Japan zwei CDs, die in Optik und Inhalt den originalen UK-Alben entsprachen, beide mit beinahe originalgetreu repliziertem Original-Cover in der in Japan favorisierten Mini-Vinyl-Verpackung. Einen kleinen Schönheitsfehler hat die Optik jedoch: Oben links auf den Covers und auf den CD-Labels zeigt sich das Logo des durch die Beatles legendär gewordenen Parlophone-Labels - seinerzeit zwar wie Columbia ebenfalls ein Sublabel der altehrwürdigen und inzwischen dahingeschiedenen EMI, aber mit diesem eigentlich nicht zu verwechseln.
Immerhin finden sich bei diesen Zusammenstellungen endlich die in der US-Box so schmerzlich vermissten Alternativtracks, und dazu noch - Sensation! - eine zuvor allseits unbekannte Alternativversion von Roberta als Bonustrack.
Leider sind die Alben klanglich etwa auf dem Stand von 1990 - hier handelt es sich keineswegs um die von Peter Mew neu digitalisierten Mastertapes, sondern wahrscheinlich um die Masters von "THE COMPLETE ANIMALS", klanglich leicht überarbeitet; vor allem: etwas lauter gemastert.
Die gekürzte Fassung von The House of the Rising Sun ist enthalten, allerdings sind nicht nur die Schnitte (nach wie vor) grenzwertig, sondern auch die Tonqualität, wohl verursacht durch die alte Vinyl-Single, von der man das Stück offensichtlich kopiert hat. Katastrophal sogar ist die Alternativversion von Don't let me be misunderstood - hat man beim unbefangenen Ersthören noch den Eindruck einer damals häufig anzutreffenden Fake-Stereo-Version (auch gern "re-channeled" genannt), entpuppt sich der Eindruck als übler Phasenfehler, bei dem die Kanäle um 180° gegeneinander verpolt sind. Wesentlich besser klingt die reine Mono-Fassung dieser Aufnahme von der halb-offiziellen CD "ANIMALISM & BONUS HITS" (Oxford-Records 1995).
Ein Bootleg? Dieser Sampler war offiziell erhältlich...
Dort anzutreffen ist übrigens auch der alternative Take von Blue Feeling von dem nicht näher benannten Japan-Sampler, der jedoch auf der Japan-CD "THE ANIMALS" etwas besser, aber wegen eines weiteren Phasenfehlers immer noch nicht optimal klingt. Auffällig ist vor allem, dass die Aufnahme dort ca. einen Viertelton zu tief klingt, also etwas zu langsam läuft.
Und was Roberta angeht - das hier als Alternativversion bezeichnete Stück ist derselbe Take wie die Albumversion, also nur ein alternativer Mix, bei dem allein die Backing Vocals fehlen - mysteriöserweise muss man sagen, denn diese spielen eigentlich eine entscheidende Rolle beim "Call & Response" der Lyrics. Sie läuft auch etwas langsamer und wurde von einem offensichtlich schlechteren Master überspielt - klingt daher ziemlich bescheiden, passt aber zum allgemein schlechteren Sound der japanischen SHM-CDs. Muss man also nicht unbedingt haben, gehört aber wohl irgendwie dazu.

Angesichts dieses Veröffentlichungs-Chaos hab ich nun die Geduld verloren und mir meine eigenen CDs gebastelt, die nun erstmals alle verfügbaren 48 Tracks enthalten (40 Songs, plus sieben Alternativversionen, plus Interview). Meine Idealversionen beider Alben haben nun mehr oder weniger dieselbe Tracklist wie die japanischen SHM-CDs, verwendet wurden jedoch, sofern vorhanden, die neuen und klanglich überlegenen Peter Mew-Transfers der "MICKIE MOST"-Box.  Versionen der Stücke, die in der Most-Box fehlten, wurden den anderen Samplern entnommen, jedoch technisch korrigiert und auf den neuesten Stand (und Sound) gebracht. Und weil die US-Single-Fassung von The House of the Rising Sun einfach zu grottig klang, habe ich schließlich die UK-Version digital editiert und die US-Schnitte samplegenau nachgeahmt.
TM-Versionen (Remastered), unveröffentlicht
Zu kaufen gibt es diese CDs in dieser Form natürlich nicht und im Internet wird man sie auch nicht finden können. Ich bin aber gern bereit, die DDP-Masters herauszurücken, wenn eine Plattenfirma ernsthaftes Interesse an einer seriösen Wiederveröffentlichung dieser Stücke zeigen sollte. ;)


THE ANIMALS

THE ORIGINAL 1964 UK ALBUM
01. THE STORY OF BO DIDDLEY (Eric Burdon/Ellas McDaniel) 5:45
02. BURY MY BODY (Trad. arr. Alan Price) 2:51
03. DIMPLES (John Lee Hooker/James Bracken) 2:53*
04. I’VE BEEN AROUND (Fats Domino) 1:39
05. I’M IN LOVE (Eric Burdon) 3:01
06. THE GIRL CAN’T HELP IT (Robert William Troup jr.) 2:22
07. I’M MAD AGAIN (John Lee Hooker) 4:16
08. SHE SAID YEAH (R. Jackson/S. Christy) 2:21
09. THE RIGHT TIME (Nappy Brown/Ozzie Cadena/Lew Herman) 3:46
10. MEMPHIS, TENNESSEE (Chuck Berry) 3:07
11. BOOM BOOM (John Lee Hooker) 3:19
12. AROUND AND AROUND (Chuck Berry) 2:44

1964 SINGLE TRACKS
13. BABY LET ME TAKE YOU HOME (Bert Russell/Wes Farrell) 2:21
14. GONNA SEND YOU BACK TO WALKER (Johnnie Matthews/Jake Hammond jr.) 2:29
15. THE HOUSE OF THE RISING SUN (Trad. arr. Burdon/Chandler/Price/Steel/Valentine) 4:30
16. TALKIN’ ‘BOUT YOU (Ray Charles) 1:55
17. I’M CRYING (Alan Price/Eric Burdon) 2:47
18. TAKE IT EASY (Alan Price/Eric Burdon) 2:54
19. BLUE FEELING (Jimmy Henshaw) 2:34

OUTTAKES AND ALTERNATIVE VERSIONS
20. BABY, WHAT’S WRONG (Jimmy Reed) 2:50
21. F-E-E-L (Ray Charles) 2:43
22. DIMPLES (John Lee Hooker/James Bracken) US version 3:18
23. THE HOUSE OF THE RISING SUN (Trad. arr. Burdon/Chandler/Price/Steel/Valentine) US edit 3:02**
24. TALKIN’ ‘BOUT YOU (Ray Charles) full version 7:03
25. BLUE FEELING (Jimmy Henshaw) alt. version 2:25***


Quellen für alle Tracks:
"THE MICKIE MOST ERA & MORE" (ABKCO, 2013), außer:
* "THE COMPLETE ANIMALS" (EMI, 1990), klanglich angeglichen
** "THE MICKIE MOST ERA & MORE" (ABKCO, 2013), Sample-genaue Rekonstruktion der Kürzungsschnitte
*** "THE ANIMALS"  (WARNER Japan SHM-CD, 2013), Phasen- und Pitch-korrigiert, klanglich angeglichen



ANIMAL TRACKS

THE ORIGINAL 1965 UK ALBUM
01. MESS AROUND (Ahmet Ertegün) 2:21
02. HOW YOU’VE CHANGED (Chuck Berry) 3:15
03. HALLELUJAH I LOVE HER SO (Ray Charles) 2:47
04. I BELIEVE TO MY SOUL (Ray Charles/Allan Learner) 3:25
05. WORRIED LIFE BLUES (Major Merriweather) 4:14
06. ROBERTA (Al Smith/John Vincent) 2:05
07. I AIN’T GOT YOU (Calvin T. Carter) 2:29*
08. BRIGHT LIGHTS, BIG CITY (Jimmy Reed) 2:55
09. LET THE GOOD TIMES ROLL (Shirley Goodman/Leonard Lee) 1:56
10. FOR MISS CAULKER (Eric Burdon) 3:58
11. ROADRUNNER (Ellas McDaniel) 2:50

1965 SINGLE TRACKS
12. DON’T LET ME BE MISUNDERSTOOD (Bennie Benjamin/Gloria Caldwell/Sol Marcus) 2:29**
13. CLUB A GO-GO (Eric Burdon/Alan Price) 2:20
14. BRING IT ON HOME TO ME (Sam Cooke) 2:43
15. WE’VE GOTTA GET OUT OF THIS PLACE (Barry Mann/Cynthia Weil) 3:14
16. I CAN’T BELIEVE IT (Eric Burdon) 3:32
17. IT’S MY LIFE (Roger Atkins/Carl D’Errico) 3:07
18. I’M GOING TO CHANGE THE WORLD (Eric Burdon) 3:35

OUTTAKES AND ALTERNATIVE VERSIONS
19. DON’T WANT MUCH (JUST A LITTLE BIT) (Thornton/Bass/Washington/Brown/Thompson) 3:24
20. ROBERTA (Al Smith/John Vincent) alt.mix 2:05***
21. DON’T LET ME BE MISUNDERSTOOD (Benjamin/Caldwell/Marcus) alt. version 2:12****
22. WE GOTTA GET OUT OF THIS PLACE (Barry Mann/Cynthia Weil) US version 3:15

BONUS TRACK
23. NEW YEAR’S RADIO SPOT (for WLS Chicago) 1:01


Quellen für alle Tracks:
"THE MICKIE MOST ERA & MORE" (ABKCO, 2013), außer:
* "THE COMPLETE ANIMALS" (EMI, 1990), klanglich angeglichen
** "THE MICKIE MOST ERA & MORE" (ABKCO, 2013), Pitch-korrigiert
*** "ANIMAL TRACKS"  (WARNER Japan SHM-CD, 2013), Pitch-korrigiert und klanglich angeglichen
**** "ANIMALISM & BONUS HITS" (Oxford Records, 1995), klanglich angeglichen



Donnerstag, 6. April 2017

Für die Freunde des gepflegten Rundumklangs... (5)



Hallo zusammen,

erst gestern wurde angekündigt: Am 26.5. erscheint das Box-Set zum 50jährigem Jubiläum von Sgt. Pepper' Lonely Hearts Club Band – derzeit mit 120 Euro bei Amazon noch recht teuer (bei Amazon Italy derzeit für knapp unter 100, allerdings kommt ja noch Porto obendrauf). Das 6-disc-Set beinhaltet einen neuen Stereo-Mix von Giles Martin von den originalen 4-Track-Tapes, das originale Mono-Album (plus Strawberry Fields/Penny Lane u.a. Alternativmixe), zwei CDs mit Studio-Session-Takes und (und jetzt kommt's): einen neuen 5.1 Remix von Giles Martin!
http://www.superdeluxeedition.com/news/the-beatles-sgt-peppers-lonely-hearts-club-band-super-deluxe-edition/#more-130851
(runterscrollen für die Tracklist)
Darauf bin ich als alter Beatles-Fan natürlich sehr gespannt!

Fleetwood Mac hatten wir zuletzt mit neuen Surroundmixen von "Tusk" und "Mirage" – jetzt ist in ähnlicher Aufmachung die "Tango in the night"-Box erschienen – leider hat die beiliegende DVD keinen Surroundmix!

Steve Hacketts neues Album "The Night Siren" kommt in der Deluxe-Edition wieder mit 5.1-Mix auf Blu-ray. Ich habe das Album zwar, aber noch nicht den Surroundmix gehört. Der des letzten Albums "Wolflight" war jedoch nicht sehr überzeugend, daher erwarte ich nicht allzu viel. Leider scheint das Album ohnehin nicht so der Knaller zu sein. Ich schätze es ungefähr gleich gut zu seinem Vorgänger ein; qualitativ jedoch meilenweit entfernt von seinen ersten vier Soloalben, die einfach Klassiker sind.

Tim Bowness' neues Album "Lost in the Ghost Light" kommt als Deluxe Edition mit einer DVD-A, die neben dem Surroundmix (von "No-Man"-Kollege Steven Wilson) auch die Surroundfassung des Vorgängers "Stupid Things That Mean The World" enthält, die seinerzeit nur für Vorbesteller als Download erhältlich war. Beim neuen Album spielt übrigens Jethro Tulls Ian Anderson Flöte auf einem Track.

LG tom