Freitag, 2. Januar 2015

ROBERT REED - Sanctuary (2014)


Um es gleich vorauszuschicken: Dieses Album ist eine einzige Hommage an das Frühwerk von Mike Oldfield. Und es wirkt ebenso: nach dem dritten oder vierten Mal bleiben die Melodien hängen und man freut sich immer schon auf den nächsten Part. Aufgeteilt ist es wie bei den Vorbildern in zwei LP-Seiten-lange Stücke, Sanctuary part 1 & 2. Beide Teile beginnen recht verhalten mit stehenden Tönen und steigern sich zum Ende hin, wobei nach der Climax ein kleines akustisches Stückchen einen besinnlichen Ausklang liefert. In der Struktur ist das genauso wie bei "Tubular Bells", "Hergest Ridge" und "Ommadawn". Wer diese Alben mag, ist mit "Sanctuary" bestens bedient.

Robert Reed, der Kopf der walisischen Progband "Magenta" und da eigentlich Keyboarder, spielt hier die meisten Instrumente selbst, die unvermeidlichen Röhrenglocken eingeschlossen. Alles, was er spielt, sei echt, keine Samples, behauptet er in einem Promo-Interview, das sich in seinem YouTube-Kanal findet. Das kann man beruhigt glauben, denn für die Akribie, mit der Reed hier die Oldfield-typischen Sounds rekonstruiert hat, ist Authentizität die oberste Voraussetzung. Nach den inzwischen hochbetagten Analogsynthesizern wird er lange gesucht haben, die meisten der Orchesterinstrumente konnte er sich zum Glück leihen, jedoch, so Reed, sei es nicht leicht gewesen, sich die jeweiligen Spielfähigkeiten von Glockenspiel, Marimbas und Orchesterbecken anzueignen. Aber das Ergebnis stimmt bis ins kleinste Detail - selbst die leicht verstimmten Flöten vom Anfang von "Hergest Ridge" finden sich auf "Sanctuary" wieder und wer bisher geglaubt hat, dass Oldfields Sologitarrensound, bedingt durch seine spezielle Spielweise (als gelernter Bassist natürlich stets ohne Plektrum) einmalig sei, wird hier unschwer eines Besseren belehrt, so originalgetreu klingen auch die vielen eingestreuten Soli. Der "Glorious Reedaphonic Sound" (eine weitere Anspielung auf die typischen Oldfieldschen Albumcredits) mag alt oder besser: altbekannt sein, neu sind jedoch die Melodien, die ihm ebenso gut gelungen sind wie Mike Oldfield vor nun über 40 Jahren.

War ich anfangs mehr als skeptisch, ob ein solcher Ansatz an der Grenze zum Plagiat funktionieren kann, war ich schon ab dem zweiten Durchgang problemlos der Faszination erlegen. Hätte nicht gedacht, jemals wieder neue Musik in diesem Stil hören zu können. Reed schafft hier konsequent und ohne zu plagiieren seine eigenen Räume in einem vorgegebenen Universum und er begeistert mich insbesondere da, wo er ansatzweise auch beim Sound innovativ wird. Das kommt hier zugegeben nicht oft vor - und war ja auch ganz offensichtlich nicht seine Intention - aber es stecken hinter der bekannten Fassade viele neue kluge Ideen, die "Sanctuary" auch lösgelöst vom Oldfield-Kanon als durchaus wertvoll erscheinen lassen.

Die CD/DVD kommt in einer schmalen und einfach gehaltenen Hochglanz-Pappkarton-Faltverpackung, sieht also Vinyl nicht unähnlich, abgesehen von der Größe natürlich. Die Discs werden allerdings innen herausgenommen, dabei hilft ein kleiner Ausschnitt. Das Artwork ist stimmig und sieht nicht billig aus, das Frontfoto ist hübsch; innen sieht man Robert im Studio mit seiner geliehenen Instrumentensammlung und dem Hämmerchen in der Hand vor den Tubular Bells. Die übliche lange Liste der Instrumente, die zum Einsatz kamen, steht hinten auf dem Cover und man bekommt sie auch als Standbild bei der DVD zu lesen.

Der Surroundmix klingt überzeugend, er gibt der Musik noch mehr Raum und Tiefe, teilt die dichten Klangteppiche auf in überschaubarere Einheiten. Einige wenige Male wandern Instrumente im Raum. Die Speaker hinten haben genauso viel zu tun wie die vorderen. Dies gelingt besser als die jüngsten Surroundmixe Oldfields, der sich, nun da die Neuausgabe seiner Alben mittlerweile bei seinen mittachtziger Popalben angekommen ist, zuletzt bei "Crises" deutlich verhoben hatte. Zusätzlich auf der DVD gibt es auch die Stereofassung in 24/96 LPCM, sowie die drei Videos, die auch bei YouTube zu sehen sind.

Co-produziert, abgemischt und gemastert wurde das Album übrigens mithilfe des Teams der originalen "Tubular Bells", Tom Newman und Simon Heyworth. Man darf also davon ausgehen, dass es diesen beiden auch gefallen hat.
Ich habe das Album jetzt so oft gehört, dass es für mich problemlos in einer Reihe mit den Vorbildern steht. Oldfields Alben ab einschließlich "Incantations" hat Robert Reed mit "Sanctuary" auf jeden Fall locker überholt, zu den ersten drei ist vielleicht noch ein wenig Luft, aber es ist auf jeden Fall verdammt knapp!

Freitag, 5. Dezember 2014

ROBERT PLANT - lullaby and... The Ceaseless Roar (2014)

Abb. Nonesuch/Warner
Ich schicke mal voraus, dass ich kein Led Zeppelin-Fan war oder bin. Es ist nicht so, dass ich diese Band nicht mag, sie hat mich vielmehr nur relativ kalt gelassen. Sicher gibt es eine ganze Reihe herausragender Songs und da, wo Stairway to heaven als bester Song der Rockgeschichte ever abgeschnitten hat, war diese Wahl für mich durchaus nachvollziehbar. Das vierte, namenlose Album befand sich lange als einziges in meiner Sammlung, später kam noch "III" dazu, mit diesem hübschen Artwork mit den Löchern und der drehbaren Scheibe dahinter. Ein Freund hatte mir damals mal "Physical Graffiti" geliehen, auch hier gab es ein nettes durchlöchertes Artwork zum Rumspielen, aber die Musik hatte mich als damals gerade mal 15jährigem doch ziemlich überfordert. Robert Plants Soloalben hatte ich anfangs noch mitverfolgt - klar, denn an den ersten beiden war ein gewisser Phil Collins beteiligt. Ich erinnere mich dann an 29 Palms auf MTV und fand den Song ziemlich gut. Später jedoch verlor sich Robert Plants Spur für mich. Ende Oktober war ich in einem HMV-Laden in einer südenglischen Kleinstadt und musste die Verkäuferin fragen, was denn da für eine eigenartige Musik über die Beschallung zu hören war. Sie meinte, das sei das neue (großartige) Robert Plant-Album. Das machte mich neugierig.

Seit ein paar Tagen läuft es nun fast ununterbrochen auf meinem iPhone und ich finde es mit jedem Durchlauf besser. Der erste Eindruck: eigenartig - trifft es nach wie vor; das Album klingt doch recht ungewöhnlich. Plants Stimme ist stark zurückgenommen, sehr verhalten, man hört ihn nie schreien. Stattdessen sind ein bis zwei ziemlich großartige Gitarren zu hören, im Panorama meist ganz nach links und rechts verteilt, die keine Soli spielen, dafür einige leicht angezerrte Lick-Miniaturen und viele geniale Riffs und meist das Klangbild auf diese Weise dominieren. Einen konventionellen Schlagzeugsound gibt es nirgendwo zu hören; die Drums klingen leicht verzerrt und sehr "noisy"; auf Hi-Hats oder Becken wird die meiste Zeit verzichtet, dafür stammen einige Patterns deutlich hörbar von Drumcomputern. Ein wenig so wie Peter Gabriel das bei seinem dritten Album von 1980 erstmals exerzierte (interessanterweise wurde das Album in Teilen in Gabriels Real World-Studio in Bath aufgenommen). Darüber liegen dann einige akustische/exotische Folkinstrumente wie Banjo, Djembe, Tehardant und Bendirs (was immer das alles sein mag). Darunter pulsiert ein federnder, treibender Bass und einige Synthie/Sequencer-Sprengsel fügen alles zu einem dichtgewebten Klangteppich zusammen, den ich so noch nirgendwo gehört habe.

Das Album beginnt mit dem Traditional Little Maggie und zwei akustischen Instrumenten, eins davon vermutlich ein Banjo. Später kommt etwas Fiddle-artiges hinzu, das eine sehr repetitive Melodie darüberlegt. Rainbow, auch als Single ausgekoppelt, ist gleich danach so etwas wie die Blaupause des Albums. Ein starker, simpler Groove, tolle Vocals und eine geniale Gitarrenlinie treiben eine sehr eingängige Melodie nach vorn. Der Mittelteil erinnert erstmals ein wenig an Led Zeppelin, der Männerchor allerdings auch wieder nicht. Pocketful of Golden beginnt mit einem Didgeridoo über einem nicht variierten Drum-Loop. Plant singt hier wie ein Schlafwandler, dadurch bekommt der Song etwas Hypnotisches. Auch Embrace Another Fall beginnt mit einer Art Traumsequenz, darüber dann ein exotisches Saiteninstrument mit leicht fernöstlichem Einschlag. Gastsängerin Julie Murphy singt irgendetwas walisisches, die Melodie könnte jedoch genauso gut aus Nordafrika stammen. Turn it up ist dann so nah am traditionellen Rock und am Zeppelin, wie das hier nur möglich scheint. Die schweren Blues-Gitarrenriffs stehen ganz weit vorn und man wird so ein wenig an Kashmir erinnert. A Stolen Kiss ist dann das genaue Gegenteil, eine pianodominierte Ballade mit einer schönen Melodie, sehr ruhig und verhalten. Der Albumtitel ist einer Zeile dieses Songs entnommen. Ein Schlaflied ist es dennoch nicht, denn es bleibt bis zum Ende spannend, der tiefe Männerchor ist wieder zu hören und am Ende singt ein feines E-Bow-Solo. Somebody There wäre wohl der nächste Single-Kandidat. Der Refrain ist unglaublich catchy und die Gitarrenlinien wieder so, dass man kaum genug davon bekommen kann. Poor Howard ist wieder traditioneller/akustischer, was überwiegend natürlich am hier dominierenden Banjo liegt. Ich habe in den Credits nachgeschaut - es ist kein Traditional, worauf ich ansonsten gewettet hätte. House of Love beginnt mit einer leisen E-Bow-Gitarre und entwickelt sich gleich zum nächsten Album-Highlight. "Ooo, when I think about it no-oow" singt Plant über einen pulsierenden Groove mit oktavierendem Wechselbass und das ist einfach umwerfend. Up on the Hollow Hill (Understanding Arthur) ist dann ein ziemlich finsteres Werk mit sehr bluesigen Anlagen bevor das Album mit dem kurzen Stück Arbaden (Maggie's Baby) einen würdigen Abschluss findet. "Badimbadimbadimbadim" singt jemand in einer exotischen Sprache, das klingt erstmal lustig - dann variiert Plant das Thema des Openers erneut, bevor sich der Geräuschteppich langsam der Ausblende ergibt.

Ich denke ich werde mich jetzt mal in Plants Back-Katalog einhören, vielleicht gibt es da noch die ein- oder andere Perle zu entdecken...


Donnerstag, 2. Oktober 2014

Technobabble: Platinum SHM-CDs - der Wahn hört nie auf...

Da das mit der SuperAudioCD (kurz: SACD) dann doch nicht hingehauen hatte, weil kaum ein Hörer großen Wert auf tollen High-End-Klang legen wollte bzw. keine Lust hatte, sich extra einen neuen CD-Player zu kaufen, der all die neuen hochauflösenden Formate abspielen konnte, hat die Industrie mal kurz innegehalten und nachgedacht. Ja, das machen die wirklich! Oder doch nicht? - Egal, statt einheitlich auf die Blu-Ray als Trägermedium zu setzen, haben sie jetzt tatsächlich dem nun schon fast 35 Jahre alten Standard CD-Audio nochmal ein Update verpasst: Die SHM-CD!
Das ist eine neue Erfindung, natürlich aus Japan, bei der der übliche Polycarbonatträger der CD gegen ein neues Material (ebenfalls Polycarbonat, aber viel besser!) ausgetauscht wurde, das einige Vorteile besitzen soll. Es ist angeblich transparenter und soll in der Fertigung Pressfehler minimieren, so dass es in der Summe dadurch zu weniger Lesefehlern kommen soll.

Das liest sich ja erstmal gar nicht schlecht und fast schon so, als hätten die Experten den Schwachpunkt der guten alten CD ausgemacht. "Lesefehler" - da hat jeder die Assoziation von Spratzern, Klicks und springenden CDs, die in Endlosschleife einen millisekundenlangen Schnipsel repetieren, bevor der Player dann endgültig die Wiedergabe abbricht. Kennen wir alle, vor allem von Selbstgebrannten.
Die Lesefehler, die bei SHM-CDs möglicherweise geringer werden, sind jedoch die, die bei CDs ohnehin ständig vorkommen - die aber, und das ist der Witz, keinerlei Konsequenzen haben geschweige denn Störungen verursachen, denn das Digitalsignal mit seinen endlosen Einsen und Nullen hat genug Reserven, um verloren gegangene Bits absolut fehlerfrei und perfekt zu rekonstruieren.
Diese Fehlerkorrektur ist eine Grundfunktion eines Digital-Analog-Wandlers, jener Baustein, der in jedem CD-Player dafür sorgt, dass aus den Zahlen wieder hörbare Musik wird. Von Anfang an haben die Entwickler des CD-Formats eine bestimmte Zahl an möglichen Lesefehlern pro Zeiteinheit einkalkuliert, daher werden den Zahlenkolonnen Prüfsummen und weitere zusätzliche Daten mitgegeben, die die Fehlerkorrektur in die Lage versetzen, die ausgefallenen Bits einfach neu zu errechnen. Und da es sich dabei um Mathematik handelt, ist das Ergebnis nicht nur ungefähr so, wie es ursprünglich war, sondern stimmt bis aufs kleinste Bit überein. Mehrere hundert Fehler pro Sekunde kann ein CD-Player so locker wegstecken. Das ist auch der Grund, warum CDs, DVDs und Blu-Rays nicht in Cartridges verpackt sind wie seinerzeit die MiniDisc. Es ist einfach bei normaler Behandling nicht notwendig. Die üblichen Staubfusseln stören die Wiedergabe nicht im Geringsten.
Erst im Grenzbereich, d.h. wenn eine CD stark verkratzt oder verschmutzt ist, können irreparable Fehler entstehen, die unter Umständen und je nach Abspielgerät auch hörbar sind (starke Verzerrungen, Sprünge, kurze Wiederholungen, Hängenbleiben, Aussetzer oder Stummschalten der Wiedergabe).

Daher kann das verbesserte Polycarbonat der SHM-CD keinen klanglichen Unterschied bieten!

Von SHM profitiert zuallererst die Industrie, da das Verfahren offenbar weniger Ausschuss durch Pressfehler erzeugt - angeblich fließt das Material besser beim Pressvorgang und schmiegt sich so noch besser an die "Mutter"-Matritze an.
Allerdings können ältere CD-Player, deren Laserdiode kurz vor dem Ende der Lebensdauer steht, von SHM ebenfalls profitieren. Oder Nutzer, die ihre CDs regelmäßig auch als Bierdeckel, Wurfgeschosse oder Fingerabdruckspeicher verwenden.

Es geht jedoch noch toller: Der allerneuste Schrei der Highend-Esoteriker ist die Platinum-SHM-CD. Da wird die üblicherweise verwendete Aluminiumbeschichtung gegen eine 20mal so teure aus Platin getauscht. Dadurch wird der Klang natürlich noch edler, ist ja klar...?
Nee, Spaß beiseite: Aluminium -mit dem üblicherweise CDs beschichtet werden- wird in der Astronomie für die Verspiegelung von Teleskopen eingesetzt - das sagt eigentlich schon alles. Silber wäre eigentlich die noch bessere Wahl, denn es hat die besten Reflexionswerte, leider oxydiert Silber recht schnell, daher ist es für Teleskopspiegel unbrauchbar. Dennoch wird es für CD-Rs und CD-RWs eingesetzt, da es die Verluste durch den Brenn-Farbstoff etwas kompensiert (die Oxydation hat man hier gut im Griff, solange die CD-Rs auf der Labelseite vollflächig bedruckt sind).

Der Hersteller von Platinum SHM-CDs weist nun extra darauf hin, dass die CDs nur auf Playern laufen, die CD-R kompatibel sind. Daraus lässt sich zweifellos schließen, dass die Reflexionseigenschaften der Platinbeschichtung schlechter sind als die üblichen Silber- und Aluminiumbeschichtungen.

Da kann man wieder schön sehen, wohin der Highend-Wahn führt - der Vorteil der optisch verbesserten Trägerschicht durch das neue Polycarbonat wird durch die Wahl eines weniger gut reflektierenden Beschichtungsmetalls absichtlich wieder herabgesetzt, weil sich die CDs mit dem Aufdruck "Platinum" besser und teurer verkaufen lassen. Und weil die High-End-Esoteriker ja mal wieder was zum Bejubeln brauchen. Dieser Artikel fand sich in der Zeitschrift STEREO: Story: SHM-CD - darin macht der Autor sich zunächst Mühe, zwei bitidentische Exemplare einer CD zu finden und vergleicht die "normale" CD-Ausgabe dann mit der SHM-CD. Mit verblüffendem Resultat:
"Wie also hören sich Fairport Convention auf SHM-CD an? Auf der Laufwerk/Wandler-Kombi TL1N/DA1N von C.E.C. klingt die SHM-Version tatsächlich in den oberen Lagen entspannter, weniger glasig, beschwingter, gelöster und dreidimensionaler. Die Normal-CD wirkt dagegen wie eingeschnürt: kompakter und belegter. Diese Unterschiede sind deutlich reproduzierbar..."
Wie kann es zu solch einem herrlichen Fehlurteil kommen? Die Lasereinheit am Ende? Die Bierdeckel-Theorie scheidet wohl aus und dass der Autor von den Grundlagen der Digitaltechnik nichts versteht, ist ebenfalls nicht zu vermuten. Bleibt der Eindruck, dass hier ganz bewusst Esoterik-Bullshit geschrieben wurde, um das Leservolk weiterhin zu desinformieren - was die High-End-Presse ja nun schon seit Jahren versucht, seit ihre Anzeigenkunden mit der Einführung der Digitaltechnik das Problem bekommen haben, dass guter Klang auch mit wenig Geld (=wenig Umsatz) zu bekommen ist.

Die SHM-CD ist also nur ein weiterer Versuch der Industrie (und ihrer angeschlossenen Printmedien), die CD schlecht zu reden und damit die Musikliebhaber zu verleiten, mehr Geld für dieselbe Qualität auszugeben. 

Freitag, 12. September 2014

SWEET - Sweet Fanny Adams (1974/2005) und mehr...


Bei mir gings mit Co-co los, da war ich gerade mal 10. Der Song lief eine Weile lang im Radio rauf und runter und gefiel mir sehr, vor allem das wiederholte "aha-ha" in den Strophen. Was ich vom Refrain mit seinem "Huutschikackahoh" halten sollte, wusste ich damals noch nicht. Dass es schon die zweite RCA-Single von Sweet war, hatte ich nicht mitbekommen, geschweige denn, dass es davor schon ein paar erfolg- und bedeutungslose Versuche auf anderen Labels gab. Aber ab da war ich Fan und sammelte alles was ich in die Finger bekam. Parallel dazu war natürlich auch der Output ihrer Glamrock-Zeitgenossen T.Rex, Slade, Mud, Suzi Quatro, Alice Cooper, Mott The Hoople, Wizzard etc. hochinteressant, aber richtig Fan war ich nur von The Sweet (wie sie anfangs noch hießen).

Anfangs sammelte ich nur die Singles; was ich nicht direkt beim Erscheinen gekauft hatte, wurde nachbestellt oder unter Freunden getauscht. So kam ich u.a. zu einer Promo von Alexander Graham Bell, erkennbar am weißen Label.
"Sweet Fanny Adams" - das beste Sweet-Album aller Zeiten! (Abb.: Wikipedia)
Die erste RCA-LP "Funny how sweet Co-co can be" hatte ich ausgelassen, weil es praktisch nur ein Sampler aus bereits erschienenen Singles plus ein paar Coverversionen wie Tom-Tom Turnaround war. Interessant war erst das 1974er Album "Sweet Fanny Adams", das gänzlich ohne Single-Tracks daherkam und das, wie auch schon die im Vorjahr erschienenen Singles Blockbuster, Hell Raiser und Ballroom Blitz eine hochwillkommene Abkehr vom Bubblegum-Sound der ersten Jahre und eine Hinwendung zum immer populärer werdenen "Hard-Rock" bedeutete. Für mich damals eine Offenbarung. Erst später habe ich festgestellt, dass einige Riffs und Intros kräftig bei Deep Purple geklaut waren. "Desolation Boulevard" ein Jahr später bedeutete dann schon das Ende der Partnerschaft mit Nicky Chinn und Mike Chapman, die ausnahmslos bis dahin sämtliche Hits geschrieben hatten. Mit Fox on the run, der ersten von Sweet selbst geschriebenen Single, konnte man zunächst an die Chinn/Chapman-Erfolge anknüpfen, aber danach ging es bergab auf der Erfolgsleiter - auch in meiner Sammlung. Action war meine letzte Sweet-Single und das zugehörige Album "Give us a wink" hatte ich dann schon nicht mehr gekauft. Stattdessen hatte ich mich bereits der nächsten Chinn/Chapman-Band, "Smokey" zugewandt, die dann später unter dem Namen "Smokie" ein paar größere Hits hatte.

Abb.: Amazon
Sweet hatte ich lange nicht gehört, bis ich Anfang der 1990er Jahre über einen ausgezeichneten Sampler ("The Collection") des Labels Castle Communications stolperte, der sämtliche Tracks des legendären "Sweet Fanny Adams"-Albums (damals noch nicht auf CD erschienen) plus alle wichtigen Singles ab 1974 beinhaltete, also die Bubblegum-Anfangsphase außen vor ließ. Da hatte ich erstmals realisiert, dass Sweet tatsächlich eine richtig geile Rockband waren!

Natürlich habe ich inzwischen alle Alben der 2005er Remaster-Serie von RCA nachgekauft, die im übrigen alle Non-Album-Singles plus weitere Bonustracks enthalten - "Sweet Fanny Adams" sticht nach wie vor heraus, gehören doch die oben erwähnten drei Singles nun mit mit zum Paket. Das letzte Album mit Brian Connolly als Sänger, "Level Headed" mit dem letzten Hit Love is like oxygen konnte ich mir in einer inzwischen vergiffenen Version von Repertoire besorgen, die die beiden Singles einschließlich der Non-Album-B-Seiten zusätzlich enthält (die Neuausgabe von 2005 hat nur die Singleversion von Oxygen als Bonus). Auch dieses Album ist etwas Besonderes, denn Sweet gehen da zum Teil ganz neue, fast schon progressive Wege. An manchen Stellen könnte man glauben, hier ein Album des Alan Parsons Project zu hören, wüsste man es nicht besser. Leider wurde Connolly danach wegen seiner Suchtprobleme gefeuert und die drei späteren Alben ohne ihn sowie die folgenden Lineup-Inkarnationen haben mich nie interessiert.

Andy Scott, 2006 (Wikipedia)
1992 erschien dann ein neues Studioalbum, davon hatte ich keine Notiz genommen. Ohnehin war von der Hit-Besetzung der 1970er nur noch Gitarrist Andy Scott dabei. Ich hatte vor ein paar Wochen erst angefangen, als Tontechniker für einen Radiosender zu arbeiten und war im Studio mit dem Schnitt eines aktuellen Wortbeitrags beschäftigt, als plötzlich einige Mitarbeiter unserer Jugendwelle aufgeregt hereingestürmt kamen. Sie müssten jetzt dringend einen kurzen "Aufsager" machen, der müsse sofort auf den Sender. Sie hatten einen etwas mitgenommen aussehenden, langhaarigen und ziemlich übergewichtigen älteren Herrn im Schlepptau, den ich zunächst nicht beachtet hatte, bis sie ihn ans Mikro setzten und der dann, nachdem ich den Regler aufgezogen hatte, die folgenden, bedeutsamen Worte sprach: "Hi, this is Andy Scott from Sweet and this is our new single!".
Da wäre ich ja fast tot umgefallen vor Ehrfurcht. Als ich ihnen das Tape in die Hand drückte, kam Andy nach vorn zu mir als Mischpult, gab mir die Hand, bedankte und verabschiedete sich, sehr britisch-höflich. Dann war er mit seiner Entourage so schnell wieder draußen, wie sie gekommen waren. Seitdem kann ich stolz behaupten, eine Recording-Session mit dem legendären Andy Scott gemacht zu haben.

Dienstag, 9. September 2014

ORIGINAL SOUNDTRACK - Can a song save your life?



Abb.: Amazon
Can Keira Knightley sing?
Ein kleiner, feiner Musikfilm von John Carney (einst Regisseur des gefeierten Musikfilms "ONCE"), der die von einigen Bloggern und Reviewern gestellte eigentliche Frage (siehe Überschrift) leider nicht ganz eindeutig mit "JA" beantworten lässt. Der Soundtrack beinhaltet neben den eher zweitklassigen Stücken von Adam Levine (Kastratensänger von Maroon 5, der im Film aber nur eine Nebenrolle als Ex-von-Keira spielt) und einigen anderen, an die man sich auch nach dem Anschauen des Films kaum erinnern kann, auch die fünf Songs, bei denen Keira singt (bzw. haucht) - und das macht sie nicht nur sehr charmant, sondern auch gekonnt, wenn man davon absieht, dass einige ihrer Vocal-Tracks in der Produktion ganz offensichtlich mit einem "Autotune"-Effekt versehen wurden, jedenfalls sind die typischen Artefakte (man vergleiche "Believe" von Cher) an einigen Stellen deutlich zu vernehmen. Möglicherweise war ihre Intonation dann doch etwas zu bescheiden, weshalb hier nachgeholfen wurde. Allerdings sind die von ihr interpretierten Pop-Songs kleine Perlen der Songwriting-Kunst, nicht nur musikalisch, sondern auch textlich; das macht es wieder wett. 
Gut, Zeilen wie "Cupid wants his arrow back" und "Youth is wasted on the young" hat man auch schon woanders gehört, aber hier wird mit Selbstironie und Hintersinn ein Lebensgefühl reflektiert, für das die Greta im Film steht. Fast könnte man vergessen, dass es nur eine Rolle ist, die Keira Knightley ganz hervorragend spielt, so authentisch kommt das 'rüber - obwohl manche Songs bis zu vier Autorennamen auflisten (der Name Knightley ist natürlich nicht darunter).

Den vielleicht besten Song Tell me if you wanna go home gibt es doppelt - er kommt zusätzlich als "Rooftop-Version" mit Hailee Steinfelds krachendem Stratocaster-Solo. Und der Schlüsselsong des Soundtracks, Lost stars, ist sogar gleich dreimal drauf, wobei allerdings (absichtlich) nur die spartanisch instrumentierte Keira-Version zu genießen ist.

Bei mir spielen die sechs Keira-Tracks derzeit jedenfalls in Dauerschleife.


Kleiner Nachtrag zur Irritation mit den Filmtiteln: auch wenn der Film in den USA unter dem Titel "Begin again" lief, ist "Can a song save your life?" keinesfalls eine Idee aus dem unerschöpflichen Kreativfundus deutscher Verleiher -auf diese naheliegende Idee hätte man ja durchaus kommen können- sondern tatsächlich der Originaltitel, unter dem der Film beim Toronto Film Festival im September 2013 Premiere feierte. Warum er in den USA zum Kinostart umbenannt wurde, entzieht sich meiner Kenntnis, zeigt aber, dass es offenbar auch jenseits des Atlantiks kreative Verleiher gibt... ;) 

Freitag, 15. August 2014

Background: Progressive Rock - wasndas?

Heute mal was Einfaches: wir definieren "Progressive Rock"...
Es gibt Webseiten, die das sehr schön auf den Punkt bringen, z.B. cracked.com:
  1. Progressive rock is categorized by a sacking of traditional song structure, complex rhythms, odd time signatures and a sense of inherent superiority over other rock genres
  2. Because of this, it's pretty much never been popular
  3. It is the only rock genre in which the term "flute solo" has any meaning
Leider ist es dann doch nicht ganz so einfach. Zuletzt hatte prog.teamrock.com mal wieder eine (ernstgemeinte) Liste der besten 100 Prog-Alben veröffentlicht, auf der absurdeste Scheiben zu finden waren, die nicht im Mindesten dazugehören - dafür fehlten natürlich wichtige Alben. Nun kann man sagen, OK, Geschmacksache, aber das wäre auch wieder eine unzulässige Vereinfachung. Also räumen wir zuerst mal mit den Missverständnissen auf:

"Progressive" ist kein eigenes Genre!
Das kann man schon an der Wortart erkennen; es ist klar und deutlich kein Substantiv, sondern nur ein Adjektiv. Der vollständige Begriff lautet: "Progressive Rock"; wörtlich übersetzt also "fortschrittliche Rockmusik". Das zugehörige Genre lautet also: "Rock".
Eine Feststellung, ob Musik fortschrittlich ist oder nicht, kann nur in Bezug auf einen Vergleich mit anderer Musik desselben Genres erfolgen. Gemessen und gewertet wird der Innovationsgehalt eines Albums, eines Musikstücks oder eines Künstlers. Jemand, der einmal in seiner Karriere ein progressives Album veröffentlicht, aber sich sonst nur selbst kopiert hat, kann nicht per se ein progressiver Künstler sein. Ohnehin neigen ältere Künstler eher dazu, sich weniger häufig neu zu erfinden - die Kreativität lässt ganz allgemein nach, je näher man dem Rentenalter kommt. Eric Clapton war sicherlich ein Innovator in den 1960er Jahren, als man ihm den Gottstatus verleihen wollte, aber ich habe nicht mitgezählt, seit wieviel Jahrzehnten der Herr schon langweilt. Es kommt also auf Anderes an.

1970 galt auch ein Album wie "Deep Purple In Rock" als "progressive", obwohl es aus heutiger Sicht eher zum "Dadrock" gerechnet wird. Das hat aber wohl eher mit der geringen Innovationsleistung zu tun, die Deep Purple in den 20 Jahren danach zuwege gebracht hat. Im Rückblick wird halt zuwenig darauf geachtet, welchen "Impact" ein Album bei seinem Erscheinen ausgelöst hat. Ich halte diesen Faktor jedoch für essentiell.
Vielfach wird eingewandt, ein kommerziell erfolgreiches Album könne nicht gleichzeitig auch "progressive" sein, was natürlich völliger Unsinn ist. "Sgt. Pepper" - der Archetyp eines progressiven Rockalbums -  war nach Ohrenzeugenberichten 1967 ein absoluter Hammer, der selbst eingefleischte Beatles-Fans fassungslos zu Boden schmetterte. Gleichzeitig war es überaus erfolgreich.
So ist "The Dark Side Of The Moon" sicherlich ein progressives Album - Pink Floyd haben es damit zum ersten Mal meisterlich geschafft, solide Kompositionen mit elektronischen, experimentalen (Ambient-) Sounds und Geräuschen zu verbinden. Das hatten sie zwar auch schon zuvor versucht, jedoch nicht mit dieser songdienlichen Stringenz.

Wichtiger als Verkaufszahlen erscheint doch, dass das Produkt zu einem "Fortschritt" in der Rezeption des Publikums (eingeschlossen weitere zeitgenössische Rockmusiker oder -bands) geführt und damit eine nachhaltige Wirkung ausgelöst hat, die die weitere Historie des Genres "Rock" maßgeblich geprägt hat. Leider hat es nicht allzu viele Alben in der Geschichte der Rockmusik gegeben, die gleichzeitig erfolgreich und progressiv waren, dennoch schließen sich diese Parameter nicht gegenseitig aus.

Kriterium ist für mich eindeutig die Originalität, die in einer Aufnahme steckt - das Variieren einer bereits bekannten oder beliebten kreativen Idee kann sicherlich ebenfalls kreativ sein, jedoch geht nichts über die Originalität.
Was heutzutage als "Prog" gilt, ist jedoch meist besser in der Schublade "Retro" aufgehoben. Gesampelte Mellotronsounds können sicherlich trotzdem nett klingen. "Retroprog" (diese absurde Wortschöpfung gibt es tatsächlich) ist ein kläglicher Versuch, ein Label zu finden für all die Epigonen, die den Progressive Rock von damals mit alten Stilmitteln und Sounds wie eben Mellotron nachahmen - also eigentlich nur "retro" sind.
The Watch zum Beispiel. Oder Steven Wilson - der ist als ausgewiesener Progfan dafür gut, immer mal eine alte Idee als Hommage einzustreuen (siehe Watchmaker von seinem Album "The Raven that Refused to Sing" - eine Collage aus Genesis' Cinema Show meets Pink Floyds Dogs). Aber "fortschrittlich" oder "originell" ist das im eigentlichen Sinn nicht - und ist dann auch sicher nicht so gemeint.

Viele Fans (und Musiker) verwechseln Virtuosität mit Kreativität. 
Das konnte man zuletzt sehr schön bei den Lobeshymnen sehen, die aus dem Proglager auf Steven Wilsons "Raven" angestimmt wurden. Es handelt sich dabei um eine Grundfehlannahme, die seit den frühen 1970er Jahren immer wieder getroffen wird und vermutlich dem Einfluss der Improvisation (also Blues und Jazz) auf die Rockmusik geschuldet ist. Insbesondere wurde der Jazz, nachdem er in den 1950ern langsam aus der Mode kam, allmählich ein Lieblingskind vorzugsweise elitärer Kreise, seine Protagonisten als musikalische Genies gefeiert - heute ist Jazz ungefähr so innovativ wie Barockmusik, was man auch an seinen abendgarderobierten "Fans" erkennt, die längst zum Hochkulturestablishment gehören.
Rockfans, die sich anfangs eher am unteren Ende des sozialen Spektrums sahen, begrüßten diese Einflüsse daher von Anfang an, weil sie ihre Lieblingsmusik dadurch aufgewertet sahen. Dabei wird übersehen, dass ein Gitarrensolo an sich ist jedoch nur selten progressiv ist, auch nicht, wenn es 20 Minuten dauert oder ausschließlich aus 64tel Noten besteht.

Will man das Adjektiv jedoch konsequent nur an solche Rockmusik vergeben, die es auch verdient hat, kommt man nicht umhin, seinen persönlichen Geschmack in die Ecke zu stellen und stattdessen einen Blick in die Musikhistorie zu werfen, denn nur so lässt sich beurteilen, wann eine Idee wirklich neu war, oder ob wieder mal nur Epigonen am Werk waren.
Beispiel 1: ich halte Pink Floyds "The Division Bell" für ein tolles Album, das ich sehr gern höre, aber es ist nun mal nicht "progressive" (wäre es 20 Jahre früher erschienen sicher gewesen).
Beispiel 2: King Crimsons "In the Court of the Crimson King" ist sicherlich unbestritten ein bahnbrechendes Album des Progressive Rock, allein ich mag es nicht wirklich (ich besitze es trotzdem).

Montag, 11. August 2014

Background: Elvis

Nein, dieser hier ist nicht gemeint:



Aber mal ernsthaft: von Thommie Bayer gibt es einen Song, in dem er Rock'n'Roll-Todesopfer aufzählt und beklagt. Da heißt es am Schluss der langen Liste:

"...Jim Morrison, Janis Joplin, Sandy Denny und Keith Moon - bei Elvis war's egal, der hat nichts damit zu tun"

Dem kann ich mich eigentlich nur anschließen. Elvis Presley war in erster Linie die Gelddruckmaschine seines Managers, "Colonel" Tom Parker. Denn Elvis war ein Weißer, der wie ein Schwarzer singen konnte - und damit den bis dahin "schwarzen" Rock'n'Roll auch in Weißen Kreisen etablieren konnte. So ließen sich Millionen scheffeln durch maximale Vermarktung - in der Musikindustrie seinerzeit ohne Beispiel.

Seine großen Hits haben andere Künstler wie Little Richard und Chuck Berry geschrieben, die wesentlich talentierter als Elvis, aber eben leider zu stark pigmentiert für eine große Hollywood-Karriere waren. Dass er ein passabler Gitarrist war, gut aussah für damalige Verhältnisse (Männer mussten in den 1950ern wie Schmierlappen rumlaufen) und sowohl singen (naja, eher knödeln) als auch sich bewegen konnte - geschenkt. Nichts konnte er wirklich gut, schon gar nicht schauspielern. Seine Hollywood-Filme und seine Schlagerschnulzen sind aus heutiger Sicht überwiegend peinliche Geschmacks-Entgleisungen.

Nichtsdestotrotz sind viele seiner Aufnahmen aus seinem ersten RCA-Jahr 1956 (das Jahr seines Durchbruchs) ziemlich gut. Leider gab es danach keinerlei positive musikalische Weiterentwicklung, was auch dem Militärdienst und der Hollywood-Karriere geschuldet war, die ab 1957 sein Leben bestimmten. Spätestens die "British Invasion" mit der Speerspitze Beatles hatten ihn unwiderruflich abgehängt. Zudem trat immer mehr sein Faible für Country-Musik in den Vordergrund. Seine Grammys verdiente er sich gar mit Gospel-Alben. Sein Ende als schmieriger, übergewichtiger Las-Vegas-Entertainer war vorhersehbar - aber, wie schon oben festgestellt, aus musikhistorischer Sicht tatsächlich egal.