Mittwoch, 30. April 2014

MIKE & THE MECHANICS - Word of Mouth (Song, 1991)

Abb.: Wikipedia
Bei diesem Song habe ich mich damals ernsthaft gefragt, was Mike und seine Jungs dabei geritten hat. Ein völlig ideenloser Bumm-Klatsch Rhythmus, vor allem aber eine stupide 4/4-Basslinie, die aus einem einzigen Ton besteht, der nie gewechselt wird, obwohl die Akkorde darüber durchaus gelegentlich auch einen anderen Ton als E gestattet hätten. Ich werde heute noch schreiend nervös, wenn ich diesen Song höre - dieses monotone Gestampfe, diese so selbstbewusst und aufdringlich vorgetragene Offenbarung von vollkommener Ideenlosigkeit ist für mich noch unerträglicher als jene Mechanics-Songs, die in seichtem Gesülze absaufen.

Das eigentliche Übel mit diesem Song ist, dass er immer wieder verwechselt wird mit einem gut gemachten Popsong. Diese zeichnen sich in der Regel durch mehrere gute Ideen aus, die in einem interessanten Arrangement mit spannenden Akkordfolgen, abwechslungsreichen Instrumentenlinien und einem klugen Text münden. Das einzige, was in diesem Sinne für diesen Song spricht, sind die Keyboards, der Rest kann einfallsloser kaum sein.

Die Verwechslung kommt wahrscheinlich durch die oberflächliche Nähe zu Songs wie We Will Rock You zustande (der die oben genannten Kriterien problemlos erfüllt). Dabei drängt sich der Verdacht auf, dass Word of Mouth kalkuliert als Rausschmeißer und Gute-Laune-Mitklatsch-Song insbesondere für den Live-Einsatz in der Tradition dieser Klassiker komponiert wurde, wogegen ja nichts zu sagen wäre, wenn er denn gut gemacht wäre.

Ist er aber nicht. Und Glücklicherweise sind die Tonträgerkonsumenten auch nicht drauf reingefallen. Der Song war nirgendwo in den Top10, in den USA sogar nur Nr. 78.

Mit We Will Rock You kann er ohnehin nicht ernsthaft mithalten, denn das ist kein Pop, sondern lupenreiner Rock! Neben dem großartigen Gitarrensolo besticht aber auch Freddys Gesang, mit dem man den von Paul Young kaum vergleichen kann. Anspruchsvoll ist in erster Linie jedoch der Text (ja, genau!), der die vordergründige Botschaft "We will rock you" als reine Großschnauzen-Attitüde entlarvt. Spätestens in Strophe 3 ("Old man poor man") wird klar, dass das ganze "We will rock you"-Geschrei ironisch gemeint ist - das ist schon clever gemacht. Zu clever für das übliche Stadienpublikum allemal.

Der Text von Word Of Mouth beschwört dagegen ziemlich unironisch den Wert von Mund-zu-Mund-Propaganda gegenüber anderen Informationsquellen ("you'll never get bad information if you believe in the word of mouth"). Warum und was das soll, erschließt sich jedoch nicht. Dass es obendrein sogar Unsinn ist, weiß jedes Kind, das mal "Stille Post" gespielt hat.
Die Botschaft ist zudem noch im Oberlehrer-Tonfall gehalten - der Adressat wird ständig wie ein kleiner Junge mit dem Imperativ bedacht. Dass es ansatzweise um Sozial- oder Medienkritik geht, lässt sich bestenfalls in folgender Zeile erahnen: "'cause they don't want you any wiser you're just toeing the party line".

Wahrscheinlich sollte die Message lauten, traue nicht den offiziellen Quellen, ziehe auch Gerüchte sowie Meinungen von dir vertrauten und verlässlichen Personen ins Kalkül, vor allem: bilde dir deine eigene Meinung. Dann wäre vielleicht nichts dagegen zu sagen. Aber so: Thema verfehlt, setzen, fünf!




Dienstag, 14. Januar 2014

BRUCE SPRINGSTEEN - High Hopes (2014)

Bruce Springsteen wird allgemein überschätzt -  das finde ich schon seit über 30 Jahren, seit damals sein größter Fan Peter Rüchel mit dem Jammern anfing, dass der "Boss" nicht in seinem Rockpalast auftreten wollte ("zum Trost spielen wir jetzt nochmal den einzigen Clip, an dem wir die Rechte bekommen konnten: Rosalita"). Gähn, wo ist das Klo?

Springsteen macht (soweit mir bekannt) allerbräsigste, extrem konventionelle US-Klischee-Rockmusik mit allem was dazugehört, Saxofonsoli, Telecaster, Mundharmonika, Männerschweiß etc.
Dazu die verquasten und ellenlangen Texte (warum muss er immer ganze Romanhandlungen in einen Song packen?) die er grundsätzlich mit geschlossenem Mund singen muss, dass sie auch ja niemand versteht!

Gerade seine vielgelobten Klassiker waren zumeist hoffnungslos überproduziert - der an sich wirklich gute Song Born To Run ist das beste Beispiel dafür, wie man einen Rocksong nicht arrangieren sollte. Alle Instrumente spielen gleichzeitig und gleichlaut, so dass die Ohren nur so bimmeln.

Wenn das Feuilleton behauptet, er stünde mit Bob Dylan auf einer Stufe, muss ich da zustimmen - den Kollegen mag ich nämlich auch nicht, aus ähnlichen und anderen Gründen!

Was ja nun nicht zwangsläufig heißen muss, dass er nicht trotzdem einmal angenehm überraschen könnte. - Ich habe mir also das neue Springsteen-Album "High Hopes" gestern abend und heute morgen freiwillig und möglichst unbefangen angehört - allerdings als jemand, der Bruce nie als seinen Boss, Genie oder Messias, sondern eben eher für einen schwer überschätzten US-Musiker gehalten hat.

Ich versuche mich mal an einer Einzelkritik:

High Hopes ist trotz seiner Percussionloops am Anfang ein, soweit ich das mangels Backkatalogkenntnisse beurteilen kann, offenbar recht typischer Springsteen. Keine Ahnung, worum es im Text geht, aber "Hopes", "Soul" und "Peace" und der Gospeldamenchor lassen auf religiösen Kontext schließen. Möglicherweise ist das ironisch gemeint - "don't you know these days you pray for everything" ist sicherlich eine für US-Amerikaner nachvollziehbare Textzeile. Leider ist der Song sehr repetitiv. Das Hauptriff hat man schon dutzendfach woanders gehört und insgesamt gibt es dann doch zuwenig Abwechslung, was auch daran liegen könnte, dass der Song nur zwei Akkorde hat. Bläser tröten, Frauen singen, Gitarren solieren, eine Snaredrum im Dauerstress - nicht mein Fall, danke.

Harry's Place fängt spannend an, mit einem pulsierenden Basssynthie. Warum die Titelzeile durch ein Megaphon gesungen wird, erschließt sich mir nicht. Immerhin sind die Vocals insgesamt gut aufgenommen, oder er nuschelt absichtlich weniger. Leider wird bei 1:30 zum ersten Mal Krach gemacht in Form von E-Gitarren, die einfach nur schräge Töne und Lautstärke produzieren. Ab Minute 3 wirds dann ganz schlimm, zum Glück wird ausgeblendet. Größtes Problem neben dem Krach auch hier wieder nur zwei Akkorde.

American Skin (41 Shots) hat einen recht lahmen Anfang. Nach "praying for his life" setzt wieder der Gospelchor ein - das gehört bei Springsteen offenbar fest zusammen. Die Drums setzen erstmals bei Minute 2 ein, natürlich erstmal mit Rimshots, man will sich ja noch steigern. Erst bei 3:20 geht's dann richtig ab - naja, nicht so richtig, aber jetzt darf der Drummer richtig draufhauen und es gibt ein erstes Dudelgitarrensolo. Springsteens Gesang erinnert mich in seinem triefenden Pathos unvermittelt an Tom Smith, den Sänger der Birminghamer Indie-Band EDITORS (aber wahrscheinlich ist es andersrum). - Worum es hier geht, kann ich nur vermuten, aber die Message bekommt man ja hier mit dem Holzhammer: Wahrscheinlich wurde irgendein Amerikaner, um den es schade gewesen ist, von 41 Kugeln durchsiebt.* Bei spätestens 5:30 wünscht man sich dann das Ende herbei, aber der Saxofonist hatte ja noch nichts zu tun und der Gitarrist muss auch nochmal. Also weitere zwei Minuten, uff. Die Akkordfolge hatte man vorher schon tausendmal gehört und hier muss man eben durch. Wahrscheinlich ein Springsteen-Klassiker. 
*Nachbemerkung 2016: in dem Song geht es um Amadou Diallo, einen jungen Einwanderer nigerianischer Herkunft, der 1999 starb, als 41 Schüsse von Zivilpolizisten auf ihn abgegeben wurden, die ihn versehentlich für einen gesuchten Verbrecher hielten. 19 Kugeln trafen den unbewaffneten Mann, als er gerade seinen Ausweis ziehen wollte. Wikipedia: Amadou Diallo

Just Like Fire Would kommt mit einem gefälligen Country-Riff und dann werden die üblichen Springsteen-Klischees verbraten: Motel room, last cigarette, 500 miles, sweat falls on the ground... gähn! Der Song ist in seiner musikalischen Struktur komplett vorhersehbar, jeder Akkordwechsel das genaue Gegenteil von Überraschung. Immerhin gibt es eine lustige Trompete im Mittelteil, aber nach 2:30 wird das Verlangen nach der Skiptaste fast übermächtig.

Der Anfang von Down In The Hole soll wohl eine Mischung aus Country, Gospel und Industrial sein. Abgesehen vom "Uuuhuuhuu" der Hintergrunddamen ganz interessant. Wieder Megafon-Gesang, schon wieder brennt im Text ein Feuer (hatten wir das nicht eben erst?). Dann setzen die Drums ein - es sind dieselben wie bei seinem alten Hit I'm on fire (den sogar ich kenne). Da setzt bei mir spontan ein Fremdschäm-Reflex ein.

Heaven's Wall muss angesichts des Titels natürlich mit Gospelchor kommen; ein anderes Stilmittel steht ihm bei diesem Themenkomplex offenbar nicht zur Verfügung. In der Mitte duellieren sich zwei Gitarren und weil er das offenbar so toll fand, wiederholt sich das am Ende nochmal. Quasi die Essenz seiner vierstündigen Livekonzerte auf knapp vier Minuten verdichtet. Nein danke.

Frankie Fell In Love scheint ebenfalls nach der üblichen Springsteen-Blaupause gestrickt. Den Text verstehe ich nur rudimentär, aber "Shakespeare" und "Poetry" sind deutlich zu vernehmen. Wenigstens hat der Song einen interessanten Mittelteil und ist mit 2:48 auch angemessen kurz.

This Is Your Sword beginnt mit Fiddle, Tin Whistle und Banjo, die jedoch nach 30 Sekunden vom üblichen Springsteen-Power-Rock ersetzt werden. Völlig misslungen auch hier wieder die Damenchöre und auch Springsteen selbst verfällt hier wieder in sein übliches unverständliches Geknödel.

Hunter of Invisible Game scheint ein Tribute an Bob Dylan zu sein, ein netter akustischer Walzer, dem man eine Weile durchaus gern zuhören mag. Vielleicht nicht über 4:42, aber egal. Will auch mal was loben.

The Ghost Of Tom Joad - hieß so nicht schon mal ein ganzes Album von ihm? Egal, scheint noch so ein Klischee-Klassiker zu sein, ich verstehe "campfire under the bridge" und "sleeping in the car", alles klar. Und dann gibts auch bald schon die lärmenden High-Pitch-Gitarrensoli, die nach einer kurzen Zäsur nochmal umso heftiger zurückkommen, dann noch mit einem Solo-Synthie als Unterstützung und ab Minute 6 gehen dem Gitarristen endgültig alle Gäule durch. Unerträglicher Krach.

The Wall lässt es dann wieder ruhig angehen. Netter Kontrapunkt zum vorhergehenden Gewitter, aber für sich allein leider total langweilig, da ändert auch die nette Trompete am Schluss nichts daran.

Bei Dream Baby Dream passiert praktisch gar nichts. Ein Akkordeon spielt drei (!) Akkorde, eine Gitarre macht im Hintergund Krach und Springsteen singt jede Zeile des dürftigen Texts mindestens dreimal. Schon nach zwei Minuten hat man den Papp dann auf und mag einfach nicht nochmal "come on baby keep on dreaming" hören. Leider ist der Song über 5 min lang. Ein Ärgernis.


Fazit: Diese Platte schwankt beständig zwischen nervig und langweilig. Die Musik ist über weite Strecken völlig konservativ und überraschungsarm, die Texte - soweit ohne Lyricsheet beurteilbar - sind voll von einfältigsten US-Klischees. Wenn das ein gutes Springsteen-Album sein soll, möchte ich wirklich nicht die Schlechten hören...

Samstag, 21. Dezember 2013

MIRIAM MAKEBA - Miriam Makeba (1960)

Abb.: Wikipedia
Das ist tatsächlich ein fantastisches Album - das zweite Soloalbum der südafrikanischen Legende Miriam Makeba und das erste bei einem Major-Label (RCA) nach ihrer Flucht ins US-Exil. Meine Mutter hatte die LP in den 1970er Jahren von einem Freund aus Guinea ausgeliehen bekommen. Ich hatte sie ihr damals auf Cassette überspielt, die sie von da an bei jeder sich bietender Gelegenheit gehört hat - und der Rest der Familie damit auch.

Die Instrumentierung ist sehr sparsam, es wird hier und da ein wenig getrommelt, die meisten Songs sind jedoch nur mit einer tollen Jazzgitarre unterlegt, einige auch mit Kontrabass - die Musiker gehörten zu Harry Belafontes damaliger Begleitband. Von der stammt auch der männliche Backing-Chor, der Miriams klare und jederzeit präsente Stimme hervorragend kontert. Das klingt alles so lässig, humorvoll und warm; alle Stücke haben trotz gelegentlicher Dramatik und Power (der Opener The Retreat Song beginnt mit spannenden Trommelwirbeln) eine leichte lockere Grundstimmung, als habe man sie mal eben an einem sonnigen Nachmittag eingespielt. Hier finden sich neben der Originalaufnahme vom Click Song auch eine atemberaubende Version des bekannten The lion sleeps tonight, hier im südafrikanischen Original, und auch The house of the rising sun ist aufregend anders als alles was man kennt. Mein Favorit ist Iya Guduza, das letzte Stück, bei dem Miriam alle drei Stimmen singt - das erzeugt Gänsehäute!


Nach so langer Zeit eine schöne Wiederentdeckung, natürlich auch, weil es mich an meine vor zwei Jahren gestorbene Mutter erinnert. Obwohl ich die Songs jahrzehntelang nicht gehört hatte (und Miriam die meisten davon in Xhosa, der südafrikanischen Klick-Sprache singt), konnte ich immer noch alle Titel auf Anhieb mitsingen. Ein paar Mal musste ich über die englischen Texte grinsen, die ich jetzt zum ersten Mal verstand.

War nur schwer, eine vernünftige Aufnahme davon zu bekommen. Das Album selbst gibt es nirgendwo als CD, die Titel sind aber auf vielen Samplern vertreten, leider in meist grausiger Tonqualität (Verzerrungen und üble Denoising-Artefakte). Mithilfe von Test-mp3s konnte ich dann doch noch zwei CDs erwerben, die das Album komplett und in ausgezeichneter Tonqualität enthalten - einmal als Mono, einmal als Stereo-Version. Besonders letztere ist eine Offenbarung für mich, da ich bisher ja nur die crappy Cassette gewohnt war.

Montag, 7. Oktober 2013

FLEETWOOD MAC - Live in Köln 6.10.2013

Das war ein erstaunlich gutes Konzert - ich hatte mit viel weniger Enthusiasmus und Spielfreude gerechnet, aber hier hatten alle Beteiligten offenbar jede Menge Spaß und zeigten das auch - bis zur Erschöpfung. Besonders um Lindsey konnte man schon fast Angst bekommen - er war der einzige, der nie von der Bühne ging und sich enorm verausgabte; sich nach Songs wie Big Love und I'm so afraid ein paar Mal die Hand aufs Herz legte und pusten musste (was natürlich gespielt war und als Selbstironie verstanden werden sollte). Mit seinen 64 Jahren ist er der Jüngste des Quartetts, aber auch Mick Fleetwood (immerhin schon 66) gab physisch alles.

Der Sound war hervorragend, von kleineren Problemen beim Opener Second Hand News abgesehen. Wohl leider etwas zu laut, wie der Rest der Familie einwenden musste, aber mit meinen -15 dB linearen Dämpfern in den Ohren geradezu perfekt. OK, das eine oder andere Gitarrensolo hätte knapper ausfallen dürfen und die fast 10minütige Version von Gold Dust Woman war auch einen Tick zu lang, aber ansonsten gab es nichts auszusetzen. Schön auch zu erleben, wie Sad Angel, einer von zwei neuen Songs im Programm, sich nahtlos einfügte. Without You klang zwar besser als die Studioaufnahme auf der neuen EP, enttäuschte aber ein wenig, nicht zuletzt auch wohl wegen Stevie, die die Geschichte des Songs in gefühlten 10 Minuten einer langatmigen Einleitung erzählen musste. Highlight des Programms war für mich Tusk (obwohl dieser Song noch nie zu meinen Favoriten zählte) - hier passte einfach alles zusammen: Sound, Arrangement, Lightshow und die Rückprojektion. Hervorragend auch die beiden Backing-Sängerinnen Sharon Celani und Lori Nicks, die den Leadvocals die nötige Stütze zu geben schienen, so dass diese im Lauf der Show immer besser wurden.

Am Schluss gab es zwei bewegte Ansprachen - eine längere, gefühlvolle von Stevie und eine knappere, aber kaum weniger emotionale von Mick, in denen beide ihre große Dankbarkeit dem Publikum gegenüber für das, was sie seit 37 Jahren zusammen machen durften, ausdrückten. Daraus zu schließen, dass dies womöglich doch die letzte Tour dieser Formation gewesen sein könnte, erscheint trotz aller "see you next time"-Rufe im Nachhinein nicht allzu abwegig.

Samstag, 31. August 2013

EDITORS - The Weight of your Love (2013)

Diese Band kannte ich vorher nicht, aber es ist schon das vierte Album. Ich bin nicht restlos begeistert, es gibt leider zwei, drei ziemlich furchtbare Balladen auf dieser Scheibe, die schlimmste What Is This Thing Called Love mit scheußlichem Fistelgesang. Allerdings auch vier absolute Knaller, gleich die ersten drei Songs The Weight, Sugar und vor allem A Ton Of Love mit seinem hymnischen "Desire" Chorus. Und dann noch das geniale Formaldehyde, eben als neue Single ausgekoppelt.
Der Sound ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, außer man hört eh nur Eighties-Sachen. Der Bassist ist klasse, erinnert etwas an Craig Adams, kommt auch oft gut nach vorn. Alles ist ziemlich bombastisch aufgeblasen, mit viel Hall und üppigen Arrangements, aber das funktioniert halt eben meist. Wie gesagt, nicht immer, aber dafür gibt es ja die Skip-Taste. Die Deluxe-Edition ist nicht Pflicht und die wenigen Bonustracks darauf verzichtbar.

Nachtrag: An Tom Smiths Kopfstimme kann man sich nach einiger Zeit durchaus gewöhnen und so erschließen sich dann auch die Songs, die anfangs zur Fernbedienung greifen ließen. Speziell What Is This Thing Called Love ist dann doch ein toller Song. Übrigens ist die Band live ein ziemlicher Knaller. Wer mal die Gelegenheit hatte, das Rockpalast-Konzert aus Dortmund zu sehen, wird mir da zustimmen.

Montag, 24. Juni 2013

Technobabble: Vinyl vs. CD (Wahn und Wirklichkeit) V

...ein Bekannter, Besitzer einer High-End-Anlage, versuchte mir einst zu erklären, dass der Laser bei den teuren Markenrohlingen aufgrund der Materialeigenschaften "weicher" reflektiert würde und der Klang darum wärmer sei...
Zu diesem Thema war ich ja schon am Ende von Teil IV gekommen. Diese Rohling-Geschichte ist bezeichnend dafür, wie wenig der Laie überhaupt versteht, was Digitaltechnik bedeutet und wie sie wirklich funktioniert. Natürlich klingt jeder Rohling exakt gleich - weil er nämlich überhaupt nicht klingt! Das ist das Grundmissverständnis! Der Klang entsteht erst im D/A-Wandler und der ist ja nicht Bestandteil der Disc, sondern des Players - oder sogar des AV-Verstärkers, wenn der Player mit einem Digitalkabel an diesen angeschlossen sein sollte.

Was in der Regel nicht verstanden wird, ist die Tatsache, dass Digital Audio nicht das Audiosignal selbst, sondern nur eine höchst präzise mathematische Beschreibung desselben speichert. Das hatte ich in Teil IV bereits erwähnt, wiederhole es hier aber noch einmal, weil ich im Folgenden auch erklären will, was das eigentlich bedeutet.


Toms kleiner Digitalkurs

Nehmen wir einmal ein Gemälde, das ein namhafter Künstler angefertigt hat. Um das Gemälde zu erfassen, wird zunächst ein Raster aus kleinen Quadraten darübergelegt. Dann wird die Farbe in jedem Quadrat gemessen und als Zahlenwert aufgeschrieben. Für jede Farbnuance gibt es einen anderen Zahlencode. Der Zettel mit den Zahlen wird dann einem anderen Maler in einem anderen Raum gegeben, der nun eine leere Leinwand mit identischen Abmessungen mit demselben Raster versieht und dann die Quadrate mit den Farben füllt, deren Code auf dem Zettel steht, quasi "Malen nach Zahlen". Wenn er das alles richtig macht, sieht sein Bild hinterher dem Original ziemlich ähnlich - obwohl er das Original nie gesehen hat!
Gut, dieses Bild hat er wahrscheinlich doch schon mal gesehen...
Wie ähnlich, hängt nicht vom Talent des zweiten Malers ab (oder wieviel man ihm bezahlt), sondern nur davon, wie fein das Raster ist und wieviele verschiedene Farbnuancen er aufgeschrieben bekommen hat. Macht man das Raster deutlich feiner als die feinste verwendete Pinselstrichstärke und die Farbpalette deutlich variantenreicher als die des Originalkünstlers, würde die Kopie vom Original nicht mehr zu unterscheiden sein.

Digitalfotografie funktioniert übrigens exakt nach diesem Prinzip - das Raster (die Auflösung) gibt der Sensor in Kamera oder Scanner vor und die Anzahl der für die Farbcodierung verfügbaren Bits bestimmt die Anzahl der möglichen Farbnuancen - in der Regel wird mit 8 Bit pro Farbe gespeichert, das macht 256 verschiedene Nuancen für jeweils Rot, Gelb und Blau, zusammen über 16 Millionen verschiedene Einzelfarben, die jedes Rasterfeld (das Pixel) annehmen kann.

Das ist übrigens auch der "Trick" bei der Mona Lisa oben im Bild. Die Rasterfelder in der linken und mittleren Version sind klar erkennbar, aber auch das "perfekte" Bild rechts ist ebenso gerastert (mit 200 x 150 Pixel), nur eben gerade so fein, dass es nicht erkennbar ist.

Digital Audio funktioniert ganz ähnlich, der Unterschied besteht nur in der Natur des "Gegenstands" an sich. Ein Bild ist ein statischer Eindruck auf der Netzhaut des Auges, man sieht alle Pixel gleichzeitig. Selbst ein Video ist nur eine rasche Abfolge einzelner statischer Bilder. Wenn man bei einem Video die Pause-Taste drückt, bekommt man ein Standbild, das man immer noch betrachten kann. Musik ist jedoch immer ein "zeitserieller" Eindruck. Das Gehör empfängt die schwingenden Luftdruckunterschiede in rascher zeitlicher Abfolge nacheinander. Pausiert man die Musik, bleibt da nichts mehr zum Hören, es entsteht Stille.
Dennoch lässt sich ein Audiosignal, genau wie ein Bild, digital erfassen, nur stehen die erfassten Zahlen nicht für die Farbe eines bestimmten Pixels, sondern jeweils für den Zustand des analogen Audiosignals zu einem bestimmten Zeitpunkt. Ein elektrisches Audiosignal besteht ja aus nichts anderem als einer schwachen Wechselstromspannung, deren ständig schwankende Werte natürlich jederzeit gemessen werden können. Nichts anderes passiert im Analog-Digital-Wandler.

Ein analoges Audiosignal hat im Unterschied zu einem Bild also eine zeitliche Komponente, d.h. es gibt einen Verlauf von Spannungsänderungen, der in allen Ausprägungen erfasst werden muss. Dazu werden fortlaufend aktuelle "Schnappschüsse" (sogenannte "Samples") des Kurvenverlaufs gemacht und aufgeschrieben. Das passiert in einem festgelegten zeitlichen Abstand, der sog. "Sampling-Rate". Auch hier lautet die Faustregel, je häufiger ein Sample genommen wird und je genauer der Spannungswert der Signalkurve erfasst werden kann, desto eher ähnelt die übertragene "Kopie" dem analogen Original.
Das Audiosignal für die CD-Produktion hat eine festgelegte Sampling-Rate von 44100 Hz, was nichts anderes bedeutet als dass vierundvierzigtausendeinhundertmal pro Sekunde ein "Schnappschuss" des gegenwärtigen Kurvenzustands erfasst und aufgeschrieben wird. Für jedes Sample stehen bei der CD 16 Bit zur Verfügung, damit lassen sich 65535 verschiedene Spannungswerte, ähnlich der Farbnuancen, erfassen (das Ganze natürlich doppelt, denn jede CD hat zwei Kanäle, weil Stereo der Standard ist - Mono-Signale werden daher in zwei identischen Kanälen aufgezeichnet). SACD, DVD-Audio und Blu-Ray erlauben höhere Auflösungen, mit denen die Reproduktion noch genauer erfolgen kann.

Ein digitaler Datenstrom ist unter normalen Bedingungen völlig unempfindlich gegen äußere Einflüsse - Brummeinstreuungen, Frequenzeinbußen, Kabelimpedanzen, Übergangswiderstände - das spielt alles keine Rolle, denn das Signal ist viel simpler und damit deutlich robuster als ein analoges Audiosignal, das ja das gesamte hörbare Spektrum von 20-20000 Hz enthält und entsprechend anfällig für Klangverfälschungen auf dem Übertragungsweg ist. Ein Digitalsignal kennt dagegen nur zwei Zustände (entsprechend Null und Eins) und die Übertragung erfolgt mit einer einzigen, festen Frequenz. Handelt es sich um ein elektrisches Digitalsignal, gibt es daher nur zwei verschiedene Spannungsstufen, die übertragen werden müssen: "High" und "Low". Diese können auch bei schlechten elektrischen Übertragungseigenschaften oder Störungen von außen sicher unterschieden werden. Ob die Signalflanken steil oder verschliffen sind, spielt ebenfalls keine Rolle, auch Timingprobleme werden von der Eingangsstufe des Wandlers automatisch korrigiert. Deshalb kann man auch für eine normale SPDIF-Verbindung (Digitalkabel z.B. zwischen Player und Verstärker) unbesorgt das allerbilligste Cinch-Kabel verwenden, das man finden kann. Ähnlich siehts übrigens aus bei HDMI - dort fangen die Hersteller bereits wieder an, Auflösungen und Bildwiederholraten sowie Logos wie "3D" auf die Verpackungen zu drucken. Das ist derselbe Bullshit wie immer - jedes HDMI-Kabel seit Juni 2006 ist für 3D und alle derzeit üblichen Auflösungen und Frameraten natürlich gleich gut geeignet - weil es eben Datenübertragung ist.

Der Digital-Analog-Wandler hat am Ende der Kette nun die wichtige Aufgabe, aus den ankommenden Zahlenwerten (pro Sekunde bekommt er also pro Stereokanal 44100 mal einen von 65535 möglichen Werten zugespielt) wieder ein hörbares, analoges Audiosignal zu rekonstruieren. Dazu verfügt er an seinem Ausgang über einen Wechselstromgenerator, dessen jeweilige Spannungszustände aus den übertragenen Zahlenwerten gewonnen werden und daher eine genaue Reproduktion dessen sind, was der Analog-Digital-Wandler am Anfang der Kette gemessen hat.


Die nächsten Folgen dieser Serie:
Vinyl vs. CD (Wahn und Wirklichkeit) VI
Vinyl vs. CD (Wahn und Wirklichkeit) VII
Vinyl vs. CD (Wahn und Wirklichkeit) VIII 

Die früheren Folgen:
Vinyl vs. CD (Wahn und Wirklichkeit) I
Vinyl vs. CD (Wahn und Wirklichkeit) II
Vinyl vs. CD (Wahn und Wirklichkeit) III
Vinyl vs. CD (Wahn und Wirklichkeit) IV

Sonntag, 23. Juni 2013

Technobabble: Vinyl vs. CD (Wahn und Wirklichkeit) IV

Wollen wir mal das Gesamtsystem Schallplatte betrachten:
Wie man aus dem Physikunterricht weiß, ist es prinzipiell nicht möglich, Energie von einer Form verlustfrei in eine andere zu überführen. Bei Vinyl passiert das mehrfach - und unter hohen Verlusten. Bereits beim Lackschnitt wird elektrische Energie in mechanische Energie gewandelt. Gleichzeitig wird der Frequenzgang des Audios extrem verbogen, damit das überhaupt möglich ist - die Bässe werden um 20 dB abgesenkt und die Höhen um den gleichen Betrag angehoben (20 dB entspricht Faktor 10 - die Bässe haben nur noch ein Zehntel, die Höhen das Zehnfache der ursprünglichen Lautstärke). Beim Abtasten auf dem heimischen Plattenspieler wird dann mechanische Energie wieder in elektrische Energie gewandelt. Leider ist von der ursprünglichen elektrischen Energie hier kaum noch etwas übrig, deshalb muss diese elektronisch um etwa den Faktor 1000 verstärkt werden. Ebenso muss der verbogene Frequenzgang mit einem entsprechenden Gegenfilter korrigiert werden. Analoge Filter verursachen jedoch immer Phasenverschiebungen, die sich auf die Präzision der Wiedergabe auswirken. Wie schon früher ausgeführt, kommt es beim Abspielen zu Verzerrungen, dazu kommen Störgeräusche wie Rillenrauschen und Knackser durch statische Aufladung und Staub. Auch das sind Veränderungen des Originalsignals.

Das Gesamtsystem Schallplatte verursacht also an mehreren Stellen mehr oder weniger starke Veränderungen am Audiosignal. Eine 1:1 Reproduktion des Studiomasters ist damit unmöglich, egal mit welcher Anlage. Dagegen verändert der Laserstrahl bei der CD-Abtastung das Audiosignal nicht, da er nicht das Audiosignal selbst abtastet, sondern stattdessen nur eine höchst präzise mathematische Beschreibung des Audiosignals, die auf der Disc in Form von winzigkleinen Buckeln und dazwischenliegenden Vertiefungen als Nullen und Einsen gespeichert ist.

Um das an dieser Stelle ganz deutlich zu sagen: anders als eine Vinyl-Schallplatte handelt es sich bei einer CD nicht um einen Tonträger, sondern um einen reinen Datenträger!

Der große Vorteil der Digitaltechnik ist daher, dass sich der Datenstrom aus lauter aneinander gereihten Nullen und Einsen, die der Analog-Digital-Wandler im Tonstudio erzeugt hat, völlig verlustfrei speichern, transportieren und vervielfältigen lässt. Denn erst im Abspielgerät des Kunden erzeugt ein Digital-Analog-Wandler daraus wieder ein hörbares Audiosignal. Alles was zwischen den beiden Wandlern stattfindet, ist für den Wohlklang völlig irrelevant - es kann nichts verändert werden - jedenfalls nicht unbeabsichtigt!

Die Fehlerkorrektur, die bei jeder Speicherung von Daten erforderlich ist, gleicht nur den Nachteil des jeweiligen Speichermediums aus. Bei optischen Datenträgern ist es natürlich erforderlich, dass Staub, Kratzer und Fingerabdrücke auf den Discs keine Störungen verursachen. Dazu bedient man sich mehrerer Tricks, zum Beispiel Prüfsummen. Auch werden Daten immer zu einem gewissen Anteil redundant gespeichert - wenn einzelne Bits (Nullen oder Einsen) nicht lesbar sein sollten, lässt sich der verlorene Wert so zweifelsfrei rekonstruieren. Auch das geschieht also verlustfrei - es sei denn eine Disc wäre zu stark verschmutzt oder verkratzt.

Eine Digitalaufnahme kommt in jedem Fall dem am Nächsten, was der Toningenieur, der Künstler, die Band, der Produzent entschieden hat - wie oben beschrieben, der A/D-Wandler steht im Tonstudio, der D/A-Wandler steht beim Hörer im Wohnzimmer. Mehr Klangtreue gäbe es nur noch, wenn der Hörer seinen gemütlichen Sessel direkt im Studio aufstellen könnte.

Der persönliche Geschmack spielt bei der Klangtreue keine Rolle - das darf er auch gar nicht!
Kein Mensch hört alle Frequenzen gleichermaßen gut - das menschliche Gehör ist vielmehr optimiert, Sprache zu verstehen, daher ist es im Bereich des menschlichen Stimmumfangs am Empfindlichsten (tatsächlich liegt Babygeschrei exakt auf der allerempfindlichsten Frequenz - evolutionsbedingt ein nachvollziehbarer Vorteil). Bässe und Höhen sind dagegen deutlich weniger empfindlich.

Für die Klangtreue ist es jedoch immens wichtig, dass die Kennlinien der Aufnahme- und Wiedergabegeräte in der gesamten Kette keine Frequenzen bevorzugen oder benachteiligen, denn nur dann bleibt das Klangerlebnis für den Hörer wirklich neutral. In der Analogtechnik war dies früher ein Zustand, der nur mit teurem Equipment und selbst damit nur annäherungsweise erreichbar war. Das führte zu mehr oder weniger großen Klang-Verfärbungen. Gute Wandler für die Digitaltechnik sind heutzutage jedoch billig und sie haben stets einen schnurgeraden Frequenzgang, sind daher völlig neutral.

Als "audiophil" bezeichnete sich zu Analogzeiten ein Liebhaber möglichst großer Klangtreue, der daher gleichzeitig auch bereit war, große Summen für sein Equipment auszugeben, auch wenn das nicht immer eine Verbesserung bedeutet hat. "Audiophile" haben leider immer wieder wahnhafte Ideen entwickelt, wie sich Wohlklang angeblich noch weiter steigern lässt, und so auch viel Geld für absoluten Humbug ausgegeben, beispielsweise für fingerdicke Lautsprecherkabel mit vergoldeten Anschlüssen. Gesteuert und gefördert wurde dieses Verhalten von den Audio- und Hifimagazinen, an deren Kompetenz es lange keinen Zweifel gegeben hatte, die jedoch mit dem Aufkommen der Digitaltechnik und der daraus resultierenden Erkenntnis, dass hervorragender Klang plötzlich auch mit einem Bruchteil des bisher eingesetzten Gelds möglich war, Einbußen im Anzeigengeschäft befürchteten und daher viele der erwähnten Wahnideen selbst entwickelten - wie etwa der berühmte Filzstift, mit dem man ernsthaft CDs am Rand bemalen sollte. Oder es wurden gebrannte CD-Rohlinge auf Klangunterschiede getestet - die dann natürlich auch angeblich festgestellt wurden und natürlich waren die teuren Markenrohlinge die bestklingenden. Da Musik heute oft auf USB-Sticks transportiert wird, würde es mich nicht wundern, wenn es da inzwischen auch schon entsprechende Vergleichstests gegeben hätte.

Hifi-Anlagen sind verglichen mit der Anfangszeit der Stereotechnik inzwischen völlig ausgereift und daher gibt es auch nur noch wenig Schwankungen in der Qualität. Preisunterschiede enstehen hauptsächlich durch die Anzahl der Anschlüsse und der eingebauten Features. Sicherlich lässt sich auch der Sound beeinflussen, aber das geht nicht mehr so unkompliziert wie früher mittels Bass-, Mitten- und Höhenregler, ohne die Verstärker in der Analogzeit nicht auskamen. Moderne A/V-Receiver lassen diese Möglichkeiten und noch viele mehr jedoch durchaus zu - schlechte Basswiedergabe eines Lautsprechers kann man also nach wie vor kompensieren. War das früher jedoch Geschmacksache, werden heutige A/V-Receiver meist mit einem Messmikrofon geliefert, das am Hörplatz aufgestellt wird und die Kompensation macht der Receiver dann automatisch gemäß der ermittelten Kennlinie. Was nicht heißt, dass man nicht der Meinung sein darf, mehr Bässe wären toll - nur hat man dann keine neutral eingestellte Anlage mehr, sobald man die einmal aufgedreht hat.


Die nächsten Folgen dieser Serie:
Vinyl vs. CD (Wahn und Wirklichkeit) V
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Vinyl vs. CD (Wahn und Wirklichkeit) VIII 

Die früheren Folgen:
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Vinyl vs. CD (Wahn und Wirklichkeit) II
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